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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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Narcotica.

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nismus" ausgedrückt und ein Myoticum (pupillenverengerndes Mittel)als Antagonisten eines Mydriaticum (erweiterndes Mittel) bezeichnet.Andere nahmen diese Benennungen strenger und sahen in zwei Stoffennur dann Antagonisten, wenn sie die entgegengesetzte Functionsände-rung durch Beeinflussung ein und desselben physiologischen Elemen-targebildes herbeiführten, wenn beide also z. B. die Pupillenänderungdurch Einwirkung auf die intramusculären Nerven des Sphincter iridis(der eine erregend, der andere lähmend), nicht aber wenn der eineetwa die Muskelsubstanz des Sphincters direct erregte, der andere dieNervenendigungen lähmte, oder wenn gar der eine am Dilatator, derandere am Sphincter angriff. Oft beschränkt sich ein solcher Antago-nismus im engeren Sinne nicht auf eine einzelne Function, sondern er-streckt sich auf sehr viele, und manchmal scheint einer jeden Wirkungdes einen Mittels eine genau entgegengesetzte Wirkung des anderenzu entsprechen: „Gift" und „Gegengift".

Im Volke ist, zum Theil aus etymologischem Missverständnisse(„Gegengift" bedeutet hier nur „Gegengabe"), die Vorstellung altver-breitet, dass für jedes Gift ein anderes entgegengesetzt wirkendes Giftexistire, von welchem man nur die richtige Menge zu nehmen brauche,um die Wirkung des ersten Giftes völlig aufzuheben. Und währendvom ersten z. B. die dreifach tödtliche Menge durch die ebenfalls drei-fach tödtliche Menge des Gegengiftes besiegt werde, spiele das ersterehierbei auch gleichzeitig den Bezwinger dieser dreifach tödtlichen Gabedes Gegengiftes — die Rechnung hebe sich mit plus und minus zuNull auf.

In wissenschaftlicher Form ist dieser Gedanke auf Grund von That-sachen vertreten worden, welche allerdings seine Richtigkeit zu beweisenschienen. Physostigmin und Pilocarpin sind echte Antagonisten desAtropins; während dieses die Secretion der Speicheldrüsen und denTonus des Pupillensphincters vermindert und aufhebt, verstärken jenediese beiden Functionen. Lassen wir nun zuerst das eine der beiden er-regenden Mittel auf diese Functionen einwirken, so zeigt sich die Ver-stärkung; jetzt appliciren wir den Antagonisten (das Atropin): die* unction nimmt bis unter die Norm ab; neue Einwirkung des erstenMittels: Zunahme der Function über die Norm hinaus; der Antagonistwird wieder zugefügt: die Function nimmt wieder ab — und so geht dasantagonistische Spiel fort. Ist das nicht in der Tbat Gift und Gegen-gift? Heben sich nicht thatsächlich die einzelnen Gaben gegenseitiga uf? Nein! Weder liegt hier dem Begriffe nach ein „Einander-auf-neben" vor, noch erschöpft die gegebene Schilderung des antagonisti-schen Spiels den Ring der Thatsachen. Weitere Thatsachen nämlich