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A. Cloetta's Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre
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Einleitung.

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den Natriumsalze); ferner ob z. B. in Lösung gereicht oder noch imNaturzustande, etwa in einer Baumrinde unaufgeschlossen enthaltenu. s. w. Aber auch nach bereits eingetretener Resorption verstreichtbei manchen Stoffen (und hier sei unter „Stoff" und „Substanz" stetseine chemische Einheit, ein chemisches Individuum verstanden) längereZeit, ehe die „Wirkung" sich zeigt. Je länger das Intervall z. B. zwi-schen der intravenösen Einspritzung einer reichlich mittleren Gabe unddem ersten Beginne einer Allgemein Wirkung ist, um so -wahrschein-licher wird es stets, dass nicht die angewandte Substanz als solchediese Wirkung bedingt; vielmehr darf man alsdann vermuthen, dassentweder in jener Zwischenzeit die Substanz im Organismus gespalten,reducirt, oxydirt oder sonstwie chemisch verändert worden ist, und dasssich so erst nachträglich eine wirksame Substanz neu gebildet hat;oder aber die beobachtete „Wirkung" ist keine directe, sondern eshandelt sich um secundar e Vorgänge, um reactive Erscheinungen amOrganismus zu einer Zeit, zu welcher vielleicht schon längst sämmt-hche Moleküle des Stoffes aus dem Organismus ausgeschieden sind.

Bei Patienten ist im Vergleiche zu Gesunden der Eintritt der Wir-kung zuweilen auffallend verzögert: dies zeigt sich zumal, wenn dieBlutcirculation schwer darniederliegt, wodurch dann begreiflicherweisedie Resorption sich verzögert.

Auch krankhafte Veränderungen der Resorptionsstätte, z. B.e m Magenkatarrh bei innerlicher, ein Anasarca bei subcutaner Media-tion, kann zu Verlangsamung, selbst zu Unterbleiben der Resorptionführen, — und jegliche Wirkung kann dann ausbleiben.

Nur nebenbei möge — in Bezug auf Ausbleiben oder Variiren derWirkung — auf die an sich höchst wichtige Thatsacbe hingewiesenwerden, dass die aus der Apotheke verschriebenen Substanzen, theilsdurch Zersetzung, Verflüchtigung u. s. w. beim Lagern, theils durchursprüngliche Verschiedenheiten (je nach ihren Standorten könnenPflanzen verschieden wirksam, je nach der Bezugsquelle chemischeSubstanzen und pharmaceutische Präparate verschieden rein, concentrirtoder zuverlässig sein) — ganz abgesehen von Verwechslungen, Ver-fälschungen u. s. w. zuweilen nicht die vorausgesetzten Wirkungenliefern. Hier darf der Arzt nicht die Krankheit oder gar die Unzuver-lässigkeit der Angaben der Beobachter und Bücher zur Erklärungheranziehen.