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Einleitung.
der gleichen Gabe von einem Tage zum anderen abnimmt. Dieser fürdie Praxis so in die Augen springende Gegensatz der beiden Kate-gorien bat nun zu dem bereits erwähnten Irrthume geführt, deninneren physiologischen Mechanismus der Cumulirung zu dem derGewöhnung in ein Verbältniss wie plus und minus zu setzen — daseine das Gegentheil des anderen sein zu lassen —, während in Wahr-heit die beiden Vorgänge an sich in gar keiner Beziehung zu einanderstehen.
III. Immunität. Intermediärer Stoffwechsel.
Bei der Anwendung eines Arzneimittels, wie wir sie zur Erfüllungeiner bestimmten klinischen Indication (s. folgenden Abschn.) vor-nehmen , müssen wir uns vor Augen halten, dass der Organismus aussehr vielen differenten Zellen besteht, von denen jede im Princip eineigenes Lebewesen darstellt. Die Wirkung eines Arzneimittels wirddaher eine sehr mannichfaltige, je nach der Localisation, sein können,und die Erfüllung der gestellten Indication leider nur in den seltenstenFällen die einzige von einem Stoff hervorgerufene Wirkung bleiben.Vielmehr findet in den meisten Fällen eine ziemlich verschiedene Reac-tion seitens der einzelnen Organe statt, die je nachdem erwünscht oderunerwünscht ist. So kann z. B. die Einwirkung des Magensaftes aufeingeführte Stoffe uns dazu zwingen, von der sonst so bequemen Appli-cation per os auch da abzusehen, wo weder eine beabsichtigte directeEinwirkung auf das Blut, noch auch der Wunsch nach einer schnellenResorption an und für sich eine andere Einverleibungsart erheischten.Da aber das Diphtherieantitoxin z. B. durch die Einwirkung von Pep-sinsalzsäure seine specifische Wirksamkeit verliert, so ist bei seinerAnwendung die subcutane Application nothwendig.
Andererseits ist uns diese Einwirkung des Organismus aufeingeführte Stoffe oft auch erwünscht. So in jenen Fällen, wounter dem Einflüsse des Organismus aus einer unwirksamen Verbin-dung erst ein wirksamer Körper entsteht, wie dies beim Colchicin derFall zu sein scheint. Hierher können auch jene in den letzten Jahrenbeobachteten Fähigkeiten des Organismus gerechnet werden, durch dieeine eigentliche Anpassung des Körpers, wie an pathologische Zuständeso auch an eingeführte Gifte beobachtet wird. Namentlich scheinenEinrichtungen in weitem Umfange vorhanden zu sein, durch welcheeine Unschädlichmachung von Giften, eine Entgiftung, herbei-geführt wird. Dies lässt sich z. B. für die Leber zeigen, deren ent-giftende Fähigkeit dem Atropin gegenüber an solchen Hunden demon-strirt werden kann, bei denen die Leber durch eine Pfortader-Cava-(Eck'sche) Fistel ausgeschaltet ist.