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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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Grenze zwischen Bastfasern und Sclereiden, sind also Formen,die ich als Librosclereiden bezeichnet habe.

Auf diese Randschicht folgt nun das den Bündelkreisführende Grundparenchym, welches über die ganze Flächeim wesentlichen den gleichen Bau zeigt. Es sind relativgrofse, im Querschnitt rundliche (Fig. 29), in der Längs-richtung etwas gestreckte, getüpfelte Zellen (Fig. 28 u. 27),die ziemlich grofse Interzellularräume zwischen sich lassen.

Die Zellen führen reichlich kleine, rundliche oder stäb-chenartig-gestreckte Stärkekörner (Fig. 30), die eine Längevon 315 mik besitzen und in ein körnig - vakuoliges Öl-plasma eingebettet sind (Fig. 29, op). Das Ölplasma läfst(z. B., wenn man den Schnitt in Osmiumsäure betrachtet),keinerlei Oltröpfchen erkennen. Es schwärzt sich hierbeiund zeigt eine körnige Struktur. Läfst man aber zu einemSchnitte Chloral oder Schwefelsäure hinzufliefsen, so tretenaus demselben sofort eine Menge kleiner oder gröfsererOltröpfchen hervor (Fig. 29, ol). Das Ölplasma, welchesdie Stärkekörnchen fest zu Ballen verklebt und bisweilen,besonders in den äufseren Schichten, einen grünlichenSchimmer besitzt, enthält aber auch eine gerbstoffartigeSubstanz, denn es reagiert auch auf Eisenchlorid. Geradediese gerbstoffartige Substanz bedingt auch den merkwürdigenFarbenumschlag, den der grünliche Querschnitt durch nichtzu alte Blattbasen erleidet, wenn man Schwefelsäure zufließenläfst. Während die Membranen und die Stärke stark quellen,färbt sich der ganze übrige Inhalt allmählich rotbraun.Diese Umwandlung des Filix-Gerbstoffes in Filixrot erfolgtauch bei längerem Liegen des Bhizoms und der Blattbasen,besonders, wenn dieselben geschält waren. Der ganze Quer-schnitt erscheint alsdann zimmtbraun. Auch die Membranenhaben dann durch Infiltration das Filixrot gespeichert. Tränktman den Schnitt mit Alkohol-Eisenchloridlösung, wäscht mitWasser aus und läfst Kalkwasser zufliefsen, so färben sichInhalt und besonders Zellwände rot. Dies tritt übrigens be-sonders schön bei A. spinulosum ein. Läfst man zu Schnitten,die über Nacht in Äther-Alkohol lagen, Schwefelsäure fliefsen,so bedeckt sich bald der Schnitt mit zahlreichen kleinenderben Kristallen und das Grundplasma wird rotbraun.

Die Interzellular räume sind so zahlreich, dafs dietrocknen, fast hornartig harten Blattstielbasen nach Einlegenin Wasser auf das doppelte Volumen anschwellen und ganzweich werden. In diesem Zustande sieht man die Inter-zellularen schon mit blofsem Auge oder doch mit schwacherLupe als zahlreiche über die ganze Fläche verteilte Löcher.

Verfolgt man die Wedelstiele weiter nach oben, so schliefstdas Gewebe enger zusammen, die Interzellularen verschwindenoder werden klein und die Zahl der Bündel sinkt, z. B. dort,wo die Blattlamina beginnt, auf 5, zwei grofse an der Bauch-seite und drei kleinere an der Rückenseite.

In die Interzellularen ragen nun zahlreiche eigenartigeOldrüsen hinein. Dieselben kommen dadurch zustande,dafs eine an einen Interzellularraum grenzende Parenchym-zelle gegen den letzteren sich ausstülpt, die Ausstülpung sich

durch eine Wand abgliedert und an der Spitze sich keulenförmigverbreitert. Im fertigen Zustande zeigen daher die stets einzelligbleibenden Oldrüsen einen mehr oder weniger langen Stiel undeinen kugeligen, von einer Kuticula bedeckten Drüsenkopf. Inletzterem entstehen die resinogenon Substanzen. Das Harz-sekret aber bildet sich ausschließlich in dem zwischen derAnfsenwand der Oldrüsen und der die ganze Drüse be-deckenden Kuticula liegenden Partie. Die Bildung geschiehtalso hier, wie bei allen übrigen Oldrüsen. Das Sekret, welchesbei Aspid. filix mas die Filixsäure, bei Asp. spinulosum dasAspidin enthält, überzieht als eine gelbe, in Alkoholätherund Sodalösimg lösliche Kappe den ganzen Drüsenkopf, derbei der fertigen Drüse meist gänzlich leer und oft luftführendzu sein pflegt. Das Sekret ist entweder homogen oder vakuoligoder zeigt, wennschon selten, eine radial-strahlige kristalli-nische Struktur und konzentrische Zonen (Fig. 28 oed, 29 X undFig. 546 der Angewandten Anatomie). In einem Interzellularraumefindet sich entweder nur eine Öldrüse oder deren mehrere.

Derartige Drüsen finden sich aufser im Rhizom und denWedelstielbasen auch in oberirdischen Teilen von Aspidiumfilix mas, ferner im Rhizom und den Wedelstielresten vonAspidium rigidum, spinulosum, dilatatum, cristatum, athaman-ticum, marginale und goldieanum. Alle diese könnendaher als Wurmmittel benutzt werden, denn inden Drüsen haben wir den Sitz der taenieidenSubstanzen zu suchen. Die inneren Drüsen fehlen beiAspidium montanum und lobatum und Athyrium filix feniina,deren Gewebe auch keine Interzellularlücken besitzt. Die Zel-len liegen hier dicht aneinander, ein derbes Gewebe bildend.A. montanum hat Sekretdrüsen an den Paleis (vergl. oben).

Obwohl die Interzellularlücken bei Aspidium filix masgröfser sind als die von Aspidium spinulosum, besitzt letz-teres doch die gröfseren Interzellulardrüsen.

In das Grundgewebe eingebettet findet sich nun der schonmehrfach erwähnte Kreis von Gefäfs bündeln, von denendie beiden an der Bauchseite liegenden für gewöhnlich etwasbreiter sind als die übrigen. Die an die Bündel angrenzendenParenchymzellen («/, Fig. 28 und 29) nehmen, besonders ander dem Bündel benachbarten Wand, häufig eine andere Be-schaffenheit an. Die Wand verdickt sich, wird gelb odergar braun und zeigt reichliche Tüpfelung. Dadurch täuschtdiese Zellreihe eine Gefäfsbündelscheide (Kernscheide oderEndodermis) vor.

Die eigentliche Endodermis des Bündels wird aber voneiner sehr unscheinbaren Reihe dünner Zellen (end, Fig. 28und 29) gebildet, die das Bündel rings umgiebt. Die Wändedieser Endodermiszellen sind verkorkt. Innen grenzt an dieEndodermis eine Reihe etwas gröfserer heller Parenchymzellen{%, Fig. 29), die, wie die Stellung ihrer Wände zeigt, ausder gleichen Mutterzelle hervorgehen, wie die Endodermis-zellen. Man kann sie als das Perikambium betrachten. DieBündel sind konzentrisch mit zentralem Gefäfsteil.

Der Siebteil (sb, Fig. 24, 28, 29), der den Gefäfsteilrings umgiebt, zeigt an der Aufsenseite des Bündels ein