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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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lehnt sich das Raphebündel an und läuft von hier aus (z., Fig. 8 a)ein Stück weit hinab (Fig. 8 b) bis zur Chalaza (chäl., Fig. 8 aund 8 b), die aber äufserlich sich nur wenig bemerkltch macht.Sie bildet nämlich nur das Ende der äufserlich als Längs-wulst hervortretenden Schwiele, als welche die Eaphe er-scheint, wenn man den Samen von der inneren Kante herbetrachtet (Fig. 3 a Ba). Bemerklicher macht sich auch äufser-lich die ganze um das Hilum liegende Partie. Sie erscheintnämlich bräunlich gefärbt. Es rührt dies daher, dafs das umdie Tracheideninsel herum liegende und hier sternförmig ausge-bildete Parenchym der Samenschale (x, Fig. 7 b, 8 a und 8 b)braune Inhaltskörper führt.

Das nun folgende Endosperm wird rings umgeben voneiner einreihigenKleber- bez. Aleuronschicht" (5, Fig. 7),deren Zellen bisweilen durch Teilung sich verdoppeln. Dieziemlich grofsen Zellen derselben variieren in Form undGröfse ziemlich beträchtlich. Yon der Fläche betrachtet, er-scheinen sie isodiametrisch (5, Fig. 8). Meist sind sie dick-wandig. Sie führen neben einem Zellkern einen körnigen In-halt, der sich mit Jod stark, nicht aber mit Osmiumsäure(wenigstens nicht stark) färbt, bisweilen auch ein Öltröpfchen.Bei näherer Betrachtung sieht man, wenn der Schnitt inWasser liegt, nur eine schaumige Masse (Fig. 7. y). Be-handelt man den Schnitt zuvor mit Alkohol und läfst dannNatriumphosphat zufliefsen, so erscheint ein Maschennetz(Fig. 21a), läfst man jedoch zu dem mit Alkohol mazeriertenSchnitte Wasser zufliefsen, so treten einschlufsfreie Aleuron-körner hervor (Fig. 21b).

Um den unteren Teil der Kadicula liegt innerhalb dieserKleberschicht" nur eine zarte Schicht obliterierten Gewebes.Um den oberen Teil der Radicula jedoch und ganz besondersum die Cotyledonen, diese rings einhüllend, findet sich einbreites Endosperm, das schon auf dem Lupenbilde als glas-helle Masse erscheint {Ena., Fig. 4), im trockenen Samen zu einerschmalen, hornartig harten Schicht zusammengetrocknet ist(Fig. 4 a) und beim Einlegen der Samen in Wasser aufserordent-lich stark aufquillt (Fig. 4 b). Seine Zellen sind gegen die Coty-ledonen hin radial gestreckt. Ihre Membranen sind aufserordent-lich stark verdickt und als Schleimmembranen entwickelt. Siequellen in Wasser stark, nicht in Kali. Die Schichtung derSchleimmembran (Fig. 7 und 15) bei Schnitten, die in Wasserliegen, gänzlich unsichtbar (X, Fig. 15), wird besonders inden inneren sekundären Membranverdickungsschichten deut-lich die der zarten primären Membran anliegenden Schichtenzeigen keine oder undeutliche Schichtung wenn manden Schnitt erst in Wasser und dann in Grlycerin legt,oder Kali zufliefsen läfst, wo der Schleim eine körnige Be-schaffenheit annimmt oder Conc. Schwefelsäure zusetzt. Oft-mals tritt aher die Schichtung erst nach einiger Zeit hervor.Gegen Jod, Jodschwefelsäure und Cbiorzinkjod verhalten sichdie verschleimten, im polarisierten Lichte nur schwachleuchtenden Membranen indifferent, durch Jodschwefelsäurewii'd wenigstens nur die als zarte Linie sichtbare primäreMembran (pm., Fig. 15) gebläut (aber auch nicht immer, sicher

erst nach vorherigem Erwärmen mit verd. Kali). Bei dieserBehandlung treten anfangs die Schichten sehr deutlich her-vor und die breite, der primären Membran anliegende un-geschichtete Verdickungsschicht wird gelblich gefärbt. DieSchleimmembranen reagieren also wie echter Schleim. DasLumen der Schleimzellen ist klein und meist stark verzogen.Der Inhalt färbt sich mit Jod gelb.

Die Entwickelung der Schleimmembran geht in derWeise vor sich, dafs zunächst im Inhalte der jungen Endosperm-zellen kleine Schleimtropfen auftreten (Fig. 12), die alsdannzu gröfseren Schleimblasen zusammenfliefsen (Fig. 13). Dannentsteht ein zunächst schmaler, dann allmählich breiterwerdender Schleimbeleg an der primären Wand, der anfangshyalin und ungeschichtet ist (Fig. 14), aber von Anfang anwie echter Schleim reagiert. Erst im letzten Entwickelungs-stadium zeigt die nun zu einer breiten Schleimmembran heran-gewachsene sekundäre "Verdickungsschicht der Endosperm-zellen Schichtung (Fig. 15). Das Lumen ist zu einer schmalenSpalte zusammengeschrumpft, führt aber noch lange Stärke.

Nach innen zu wird der Endosperm von einer Schichtstark kollabiertenQuellgewebes" begrenzt.

Die sekundären Schleimmembranverdickungsschichtenbilden den Beservestoff des Samens. Sie werden bei der Keimungaufgebraucht. Zunächst verflüssigen sie sicli und dann wirdihr Inhalt fortgeführt. Schliefslich bleiben nur noch diezarten primären Membranen übrig, die zusammenschrumpfen,aber nicht gelöst werden. Nunmehr bewirkt Alkohol in denentleerten Zellen keine Schleimfällung mehr. Die Schleim-substanz wird den Cotyledonen durch das Quellgewobe zuge-führt. So lange der Schleimvorrat reicht, also Kohlenhydrate indie als Saugorgane funktionierenden Cotyledonen reichlich über-treten, führen die letzteren viel Stärke. Dann schwindet dieselbe.

Das Gewebe der Cotyledonen ist ein zartes Parenchymvon moristematischem Charakter, welches durchzogen ist voneiner Reihe von Prokambiumsträngen (proc, Fig. 11). Ander flachen Seite der Cotyledonen, dort wo dieselben auf-einander liegen es ist dies die morphologische Oberseite findet sich ein Palissadengewebe von 2 4 Reihen (p., Fig. 11).Die andere Blatthälfte füllt ein zartwandiges Merenchym(mer., Fig. 11). An der Grenze beider laufen die eben er-wähnten Prokambiumsträngo, die bei der epigäen Keimungder Samen zu Nervenbündeln werden. Das Gewebe derRadicula besteht in der Randschicht aus einem zartencollenchymatischen Gewebe (x, Fig. 9), das bis zur Bündel-scheide reicht. Im Innern liegt ein Prokambiumbündelstrang(proc, Fig. 10). Derselbe besteht im einfachsten Falle aus4 Prokambiumsträngen, die Kreuzstellung zeigen. Höchstenstreten 8 solcher Stränge auf. In einigen dieser Strängesind bereits junge Gefäfse zu bemerken (gf., Fig. 10). In derMitte liegt ein zarter Markkörper.

Der Inhalt der Zellen der Radicula und der Cotyledonenbesteht aus einem Ölplasma, in welches AI euron körn erund Stärkekörnchcn eingebettet sind. Legt man denSchnitt in Osmiumsäure, so hoben sich die Aleuron- und