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Ehizom dann weiter nach unten, so findet man, dafs dieseQuerstreifen immer enger aneinander rücken (II, Fig. 4) un ddie basalen Partien des Rhizoms aufserordentlich dicht undfein geringelt sind (Fig. 1 bei y u. 5). Diese sehr zahlreichenund feinen Eingelungen kommen durch eine Faltung der sehrreich durchlüfteten, lebhaft sich teilenden lockeren äufserenRindenschioht offenbar infolge Stauchung des Ehizoms zustände, entsprechen also nur zum Teil Blattansatzstellen.Denn, obwohl fortdauernd oben am Ehizom neue Partienhinzuwachsen, tritt dasselbe doch niemals über den Boden.Die Wurzeln mögen es ja wohl, besonders in lockeren Böden,etwas nach unten ziehen, aber im allgemeinen dürfte dieBasis des Ehizoms festliegen. Dies bedingt nun eine Stau-chung und demgemäfs eine Faltung der lockeren Eandpartie,die um so stärker hervortreten wird, je tiefere Partien desEhizoms in Betracht kommen. Diese Stauchung kommt auchin den ganz aufserordentlichen Verbiegungen und Verkrüm-mungen der Gefäfse im centralen Teile des Ehizoms zumAusdruck. Die Querringelung setzt sich an der Grenze vonEhizom und Wurzel meist scharf ab (y, Fig. 1 u. 4), oft sogaraufserordentlich scharf (y, Fig. 1), so dafs ein Zweifel darüber,wieweit das Ehizom reicht, nicht bestehen kann. Denn denWurzeln pflegen die zarten Querfalten gänzlich zu fehlen.Sie besitzen nur Längsrunzeln (im, Fig. 1 u. 4). Das Ehizomwird oft 20 und mehr Jahre alt, bevor es einen blüten-tragenden Sprofs treibt.
Die Farbe der Ehizome und Wurzeln ist ein eigen-artiges rötliches-braun. Im. Innern erscheinen sie frischhell, trocken hell-rötlich-braun.
Das Lupenbild des Ehizoms (Fig. 2) gleicht im all-gemeinen dem Lupenbilde der Wurzel (Fig. 3), bei beidenhebt sich die Rinde und Holzkörper trennende Kambiumliniedeutlich hervor. Ein ausgesprochen radial-strahliger Bau istweder in der Binde noch im Holzkörper zu konstatieren, dochzeigen bisweilen die Randpartien des letzteren und die demKambium benachbarten Teile der Binde da und dort zarte,wenig deutliche Radialstrahlen (Fig. 2 u. 3), die nach Be-feuchten im Holzkörper stärker, in der Binde schwächer her-vortreten oder dort ganz verschwinden, resp. TangentiallinienPlatz machen. Der einzige Unterschied zwischen dem Lupen-bild von Ehizom und Wurzel ist der, dafs in dem centralenTeile des ersteren die dort streichenden Gefäfse aufserordent-lich gebogen und verkrümmt sind und das Gewebe in grofsenBogen und Schleifen durchziehen, während auch die centralgelegenen Gefäfse der Wurzel ziemlich gerade streichen oderdoch nur wenig gekrümmt sind.
Der primäre Bau der Wurzel — da die Hauptwurzelder Droge meist fehlt, berücksichtige ich nur Nebenwurzeln- ist diarch oder triarch (Fig. 16). Es liegen also im Innernzwei oder drei Gefäfsplatten (gth) und mit diesen alternierendzwei bezw. drei Siebtel]streifen (sb, Fig. IG). Das Perikam-bmm (pc) ist zart, die Endodermis ungewöhnlich derbwandig(end, Fig. 16) und schon bei zarten Wurzeln deutlich inTeilung begriffen. Oft zeigen schon Wurzeln von nur 0,23 mmDurchmesser ein oder mehrere Badialwände. Die Zellen der
primären Binde sind sehr zart wandig und führen (ob immer?)eine endotrophische Mycorhiza (y, Fig. 16). Nur die subepi-dermale Zellreihe, die man wohl der Verkorkung ihrer Brimär-wände wegen als äufsere Endodermis betrachten kann, istderbwandig und kleinzellig (x, Fig. 16). Die Epidermiszellenbesitzen eine stark verdickte Aufsenwand (Ep, Fig. 16). Schonfrühzeitig wird die primäre Binde abgeworfen. Sie ist schonstark zerrissen bei 0,3 mm dicken Wurzeln, aber noch bei0,7 mm dicken findet man sie bisweilen erhalten, allerdings sinddann die inneren Zellschichten stark obliteriert. Nach dem Ab-werfen erfolgt dann das sekundäre Wachstum des centralenGefäfsbündelcylinders in typischer Weise (Angew. Anatomie,S. 368), dessen radialer Bau nunmehr kollateral wird (Fig. 17).Bei einer 1 mm dicken Wurzel finden wir folgenden Bau.Zu äufserst liegt die in lebhafter Teilung begriffene (innere)Endodermis (end, Fig. 17). Die Zellen derselben sind ebensoim Querschnitt wie in der Flächenansicht höchst merkwürdiggebaut (Fig. 17 u. 18). Die primäre Membran der Mutterzelle(X,Fig. 18) ist verkorkt und tritt daher der Umrifs der letz-teren auf das deutlichste sowohl im Querschnitt (Fig. 17) alsauch im Flächenschnitt (Fig. 18) hervor. Die Wände derdurch lebhafte Teilung innerhalb der Mutterzelle entstandenenTochterzellen (y, Fig. 18) bleiben dauernd unverkorkt. Siesind relativ dick und quellbar. Unterhalb dieser eigenartigenEndodermis liegt das Ferikambium. Die Zellen desselben sindbereits in diesem Stadium verkorkt und in Tangentialteilungbegriffen (pe, Fig. 17). Das Perikambium ist also zum Phellogengeworden. Die auf das Perikambium folgende Zellschicht hatsich ebenfalls durch Teilung vermehrt und hat ein eigenartigeskollenchymatisches Gewebe erzeugt (col, Fig. 17). Der Siebteilder Bündel ist nach aufsen geschoben (sb, Fig. 17) und istnach innen zu vom Kambium begrenzt (c, Fig. 17). Der Ge-fäfsteil liegt im Innern (gth, Fig. 17). In dieser Phase derEntwickelung sind die Holz- und Siebbündel (ich zähle 3—5)noch fast ganz isoliert, die Gefäfsteile noch nicht zu einemcentralen Cylinder, die Siebteile noch nicht zu einer peri-pheren Eöhre zusammengeflossen, das Kambium für ge-wöhnlich auf die Bündelstreifen beschränkt und noch nichtinterfascicular ausgebildet. In diesem Stadium kann manalso von Gefäfs- und Siebteile trennenden Markstrahlen bez.Bindenstrahlen reden (mk, Fig. 17). Das verwischt sich aberbald. Kurze Zeit nachdem die Endodermis infolge vermehrterKorkzellbildung abgestoßen worden ist, schliefst sich das Kam-bium zum Einge und nunmehr sind Mark- und Eindenstrahlennicht mehr deutlich wahrzunehmen. Und so bleibt es nun-mehr. Immerhin kann aber auch noch bei einer älteren 15 mmdicken Wurzel, wenigstens in den äufseren Partien bisweileneine den Gefäfsteilen benachbarte Zellreihe als Markstrahl ge-deutet werden (mk, Fig. 8) und die Fortsetzung derselben inder Binde als Bindenstrahl (rst, Fig. 8). Dies ist aber keines-wegs immer der Fall. Oft ist nichts zu finden, was einemMarkstrahl ähnlich sähe.
Der Bau der fertigen Wurzeln, wie sie in der Drogevorliegen, ist nunmehr leicht zu verstehen. Zu äufserst liegt,da die Endodermis frühzeitig abgestofsen wird, ein aufsen ab-