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diese treten nämlich Nerven bis zur Spitze ein (Fig. 6). Auchin das Läppchen tritt ein solcher ein. Dies ergiebt fünf Haupt-nerven, die den Kelch bis zur Spitze durchziehen. Beiderseitsvom Läppchennerven verlaufen zwei kürzere in konvergierendenBögen und auch die vier übrigen Hauptnerven haben je einenkonvergierenden Nebennerven, macht also im ganzen elf Nervenund soviel sind auch im typischen Falle stets vorhanden(Fig. 6). Es kommt nun aber vor, dafs von der Kelchbasis hersich Tertiärnerven einschieben, besonders in den Kelchblättern,die dem Läppehen nicht benachbart sind und so findet manalsdann an der Basis wohl auch 12 oder 13 Nerven (Fig. 8) oderauch noch mehr. Das Läppchen ist, wie aus Fig. 7 ersicht-lich, dem Eücken des Kelches aufsen angeheftet. Aufson istder Kelch stark behaart, innen unten kahl, im oberen Teilegegen den Band zu schwach behaart. Nach dem Abblühenund Welken der Gorolle schliefst er sich oben.
Die circa 10—12 mm lange gamopetale, zygomorpheCorolle ist oben blau, im Eöhrenteil farblos, die zweiblättrigeOberlippe {Ob, Fig. 2 u. 3) besitzt fast die doppelte Länge derdreiblättrigen Unterlippe {üt, Fig. 2 u. 3). Auf der Außenseiteist die Corolle von der Spitze bis fast zur Basis der Bohremit Sternhaaren dicht besetzt. Nur die Röhrenbasis ist kahl.Auf der Innenseite liegen andersgestaltete Haare und zwarvornehmlich an der Stelle des Schlundes, wo die Staminainseriert sind (x, Fig. 3). Von dort ziehen sie sich bis zuden Spitzen der Corollenlappen hinauf, sind aber auf denZipfeln spärlich. Nach dem Abblühen wird die Corolle braun,schrumpft stark und wird gänzlich unscheinbar, so dafs dieDroge vornehmlich aus den derben Kelchen besteht.Die vier Stamina sind im oberen Viertel der Bohreinseriert und ragen aus dem Schlünde nicht heraus. Sie sindfast gleich lang, wenigstens ist die sonst bei den Labiatenhäufige scharfe Differenzierung in zwei lange und zwei kurzeStaubfäden hier stark verwischt. Die Länge der Staminabeträgt etwa 1,5 mm, die beiden oberen, hinteren sind bis-weilen etwas höher inseriert als die beiden vorderen, unteren.Oft stehen aber beide auf gleicher Höhe und sind auch oftgleich lang. Die nierenförmigen, 1 mm breiten, anfangsvioletten, dann braunen Antheren sind durch Verschmelzender Thecae einfächerig und springen durch einen Scheitelspaltauf. Auch sie sind, besonders in der Nähe des Spaltes, behaart.Der Stempel sitzt einem hohen, honigabsonderndenDiseus auf {Dis, Fig 7). Der aus zwei CarpeUen entstehende,durch falsche Scheidewände aber in vier Klausen geteilte Frucht-knoten enthält vier anatrope Ovula (ov, Fig. 7). Der gyno-basische Griffel ist 3 - 4 mm lang und trägt ebenfalls, be-sonders am oberen Teile, Haare. Die keulige Narbe {NaFig. 7) besteht aus zwei fast gleich grofsen Hälften.
Die Anatomie der Blütenstandachsen ist charak-teristisch. Sie sind vierkantig, mit stark hervorgezogenenEckleisten. Die dazwischen liegenden Flächen sind rinnen-förmig. In den vier Ecken verlaufen grofse Kollenchymstreifen.Innerhalb derselben liegen gleichfalls breite, halbmondförmigeBastzellbündel, die Belege der vier Hauptbündel, die also dem-gemäfs in den Ecken der Stengel verlaufen. Die Ecken sind
nur wonig behaart. Die Rinnen jedoch sind aufs dichtestebesetzt mit den alsbald zu beschreibenden Sternhaaren, zwischendenen reichlich Öldrüsen liegen. Unter der Spaltöffnungenführenden Epidermis liegt das reichdurchlüftete Assimilations-gewebe und dann folgt ein interfaszikularer Libriformstreifen,der die Eckbündel untereinander verbindet. Diesem sind inder Mitte der Rinne kleine Sekundärbündel aufsen angelagert.Die Mitte des Stengels füllt ein grofszelliges, parenehyma-tisclies Mark.
Die Deckblätter der Bartialinflorescenzen sind nurwenige Zellreihen dick. Nur an den Nerven ist das Gewebeetwas zellenreicher. Die Zellen der äufseren unteren Epi-dermis sind höher, an der Außenwand stärker verdickt undmit einer derberen Kuticula versehen, als die der Unterseite.Der Fläche des Blattes, besonders den Nerven sind nur wenigeund meist kurze Haare aufgesetzt. Dieselben sind entwederkurze, kugelige, einzellige Trichome {t„ , Fig. 13) oder kurzeSternchen {t,, Fig. 13) oder Köpfchenhaare {t,„, Fig. 13). Aucheinige vereinzelte Öldrüsen (oed, Fig. 13 u. 14) finden sichauf beiden Seiten. Der Rand des Blattes dagegen ist reichbehaart und besonders ziemlich dicht mit Sternhaaren besetzt(Fig. 12), denen auch längere spiefsige einzellige Haare bei-gemengt sind (t, n Fig. 12). Die Seitenwände der Epidcrmis-zellen sind wellig verbogen, sowohl auf der Ober-(Innen-)Seite(Fig. 13), wie auf der Unter-(Aufsen-)Seite (Fig. 14). AuchSpaltöffnungen finden sich auf beiden Seiten, mehr aber aufder Unterseite {st, Fig. 14). Die Deckblätter werden voneinem im oberen Teile Seitenäste entsendenden, in die lang-ausgezogene Spitze eintretenden Mittelnerven und zwei reich-gegabelten Seitennerven durchzogen, denen sich oft noch zweiRandnerven beigesellen. Die Nervenbündel liegen dem Innen-rande des Blattes genähert. Das Mesophyll ist ein reich-durchlüftetes Sternparenchym.
Der Kelch und seine Nervatur ist oben beschrieben.Durchschneidet man ihn quer, so sieht man, dafs sein Um-rifs gefaltet, vielbuchtig ist (Fig. 8). In den — der Regelnach elf — Rippen verlaufen die Nervenbündel (gfb,Fig. 8). Dieselben führen ein sehr kleines Gefäfsbündel,das aus wenigen zarten Gefäfsen {gf, Fig. 9) und einigenwenigen Siebelementen {sb, Fig. 9) besteht und aufsen voneinem breiten Bastzellmantel bescheidet ist {B, Fig. 9). Letz-terer fehlt bisweilen oder ist auf zwei kleine Bastzellgruppenbeschränkt. Das Mesophyll besteht aus einem zarten, Chloro-phyllkörner führenden Parenchym. Die einen blauen Zellsaftführende Epidermis der Aufsenseite besteht über den Nervenaus gestreckten Zellen und trägt zahlreiche, dicht gedrängtstehende Sternhaare (t,, Fig. 9), die auch sonst an den Deck-blättern, an der Corolle (Fig. 15, 16, 17) und den Antheren(Fig. 20) sich finden und für den Lavendel sehr charakteristischsind. Dieselben besitzen eine feinwarzige Kuticula und einenicht sehr stark verdickte Wand. Sie enden entweder in einenmehrstrahligen, einer langen Tragzelle aufsitzenden Stern odersind Etagenhaare, d. h. eine Zelle des ersten Sternes streckt sichund erzeugt an der Spitze einen zweiten Stern, eine Zelle deszweiten streckt sich und erzeugt einen dritten Stern. Man kann