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Die Entwickelung dieser für den Stramoniumsamensehr charakteristischen Epidermis ist eigenartig. Bereits ineinem verhältnismäfsig frühem Stadium hebt sich die Epidermisdes Integumentes scharf gegen das darunter liegende Gewebeab (Fig. 14, l): ihre Zellen sind grofs und radial gestreckt undaufsen stark verdickt. Die Aufsenwand zeigt eine Differen-zierung in eine äufsere Schicht, die den Charakter einerSchleimmembran besitzt (Fig. 14, st) und eine innere derbere,die zapfenförmig nach innen vordringt (Fig. 14, sc). Be-trachtet man die Epidermis von aufsen, so sieht man, dafsdie Zellen nunmehr nicht mehr mit geraden Wänden an-einander stossen, sondern schwach wellige Verbiegungen zeigen(Fig. 15). Im weiteren Verlaufe der Entwickelung streckensich die Epidermiszellen weiter in radialer Richtung. DieseStreckung ist bei den Zellen in der Nähe des Funiculus —am Hilum des Samen — besonders stark. Gleichzeitig ver-stärken sich die welligen Verbiegungen der Seitenwände soerheblich, dafs das Bild, welches man jetzt bei Tangential-schnitten erhält, der Fig. 16 entspricht. Quer durchschnittenbieten diese Zellen nun das in Fig. 22 dargestellte Bild. Esscheint, als ob hier kleine Zellen mit grofsen abwechselten.Thatsächlich hat man aber nur Abschnitte verschieden ge-troffener Zellen vor sich, wie leicht verständlich wird, wennman sich denkt, dafs der Schnitt etwa in der Richtung a — ain Fig. 16 geführt wurde. Aber die Zellen sind nicht nuran ihren Seitenwänden gefaltet, sondern haben auch an derAufsen wand eine eigentümliche Veränderung erfahren, diegewissermafsen auch eine Faltung, aber in vertikaler Rich-tung ist (Fig. 23), die sich mit einer verstärkten Horizontal-faltung der oberen Membranpartie kombiniert. Es sieht ausals ob zahlreiche Zapfen in die nunmehr stark verdickteSchleimmembran (sl, Fig. 23) hineinragten. Von der Flächebetrachtet, müssen diese Zapfen wie breite „Tüpfel" erscheinen(Fig. 17). Schon jetzt sind die Grenzen der Epidermiszellen,wie sie auf dem Querschnitte (Fig. 23) aus den oben an-geführten Gründen nicht mehr festzustellen sind, auch aufdem Tangentialschnitte undeutlich, da die Faltungen der Zelleneben vielfach ineinandergreifen. In der That ist nicht mehrzu sagen, zu welchen der vier Zellen die Zapfen der Fig. 17gehören. Nunmehr beginnen auch die Seitenwände sich zuverdicken und zwar mit Netzleisten (Fig. 23 u. 24). Wiederumist die horizontale Faltung der Zelle der Grund, warum manan Querschnitten immer nur einen Streifen der Wand mitden Netzleisten sieht. Man braucht sich immer nur gegen-wärtig zu halten, dafs der Schnitt in der Richtung a — a(Fig. 16) geführt wurde, um sofort zu erkennen, dafs, je nach-dem man eine Falte trifft oder nicht, man bald ein StückLumen, bald eine Membranpartie in der Fläche, bald einesolche radial-längsdurchschnitten sehen wird. Bei Fig. 24 (W)z. B. ist eine Zellgrenze getroffen. Die nach oben hin in dieSchleimmembran sich vorwölbenden Zapfen zeigen oft deut-liche Schichtung (Fig. 22), besonders nach Behandeln mitSchwefelsäure. Die untere, innere Membran der Zellen zeigtauch eine vertikale Faltung der Wände, aber in das Innereder Zelle hinein (Fig. 25 u. 26). Sekundäre Zapfen pflegen
hier nicht in dem Mafse aufzutreten, wie an der Aufsen-wand. Da diese es sind, die dort ganz besonders das Bildkomplizieren, so ist dasselbe bei der Innenwand einfacher.Die Verdickung der Wand schreitet nun immer weiter fort,die anfangs (Fig. 23 u. 24) breiten Tüpfel werden immer enger(Fig. 25) und verschwinden endlich ganz (Fig. 26). Schliefs-lich verrät nur ein welliger Verlauf der Schichten (Fig. 26)und die Perlschnurform der trennenden Wand zweier Zellen,dafs ursprünglich breite Tüpfelflächen vorhanden waren. DasLumen wird zu einer sanduhrförmigen Bildung verengt, dadie Verdickung in mittlerer Höhe der Zellen am stärkstenund in den Winkeln am geringsten ist (Fig. 26 u. 27). Esenthält einen braunen, feinkörnigen Inhalt. Gleichzeitig mitder fortschreitenden Verdickung der Seitenwände und derInnenzapfen erfolgt nun auch eine Verdickung in den durchmit verstärkter Horizontalfaltung kombinierter Vertikalfaltungentstandenen oberen Zapfen. Betrachtet man daher die Epi-dermis eines nicht ganz reifen Samens von aufsen, so erhältman ein Bild wie Fig. 18. Hier scheinen die mittleren undunteren Konturen der Zellen durch, aber trotzdem ist nichtfestzustellen, zu welcher der beiden benachbarten Zellen die(hier querdurchschnittenen) Zapfen gehören, denn die Zellenverzahnen sich mit diesen Zapfen so innig, dafs die Grenzeder einzelnen Zelle in ihrem oberen Teile völlig verwischtist. Welche Zapfen zu einer Zelle gehören, kann man nurfeststellen, wenn man die Zellen durch Schultze'sche Mace-ration isoliert. Fig. 19 zeigt eine solche isolierte Epidermis-zelle von aufsen, Fig. 20 in der Seitenansicht. Aus Fig. 20ist zugleich ersichtlich, dafs die Zapfen in erster Linie einerverstärkten Horizontalfaltung der oberen Membranpartie ihreEntstehung verdanken. Beim ganz reifen Samen ist die Ver-dickung, besonders auch der Innenwand, noch weiter vor-geschritten (Fig. 27, i). Da die Zapfen gewissermafsen nureine ringsumlaufende kranzartige (Fig. 19), obere (Fig. 20)Bekrönung der Zellen bilden, so wird man sie auf media-nen Querschnitten nicht immer finden und dies ist inder That der Fall (Fig. 27). Beim reifen Samen ist dieSchleimschicht der Epidermiszellaufsenwand ziemlich dick (sl,Fig. 27). Die Epidermiszellen enthalten dann einen braunenInhalt. Dieser bedingt, kombiniert mit einer Braunfärbungder verdickten Seiten- und Innenwände, die dunkle Farbe desSamen.
Auch dieser Fall zeigt wieder, dafs wir zu einem rich-tigen Verständnis fertiger Zustände nur durch die Entwicke-lungsgeschichte gelangen können.
Der innersten Schicht der beim reifen Samen leerenNährschicht liegt eine einfache Zellreihe an. Es ist dies derNucellarrest (Nuc, Fig. 27), der von Anbeginn dort zu finden ist(Fig. 13 u. 14). Auf diesen folgt beim reifen Samen dann dasziemlich mächtige Endosperm (Eni, Fig. 7 u. 8), in welchesder stark gekrümmte Keimling eingebettet ist (Em, Fig. 7u. 8), der aus einer ziemlich langen Radicula und zwei Koty-ledonen besteht (Fig. 7). Das Gewebe des Endospermsbesteht aus ziemlich dickwandigen Zellen (Ena, Fig. 27), die,in Ölplasma eingebettet, reichlich Aleuronkörner (al, Fig. 27)