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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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anfangs das Integumentargewebe sehr deutlich von dem Hoch-blattgewebe ab (Fig. 9 u. 12, rechts). Später verwischt sichdie Grenze etwas, doch ist sie z. B. noch in einem ziemlichreifen Stadium, wie es Fig. 8 u. 13 darstellen, immerhin nochzu sehen, da die Samenschalzellen dünnwandiger sind, alsdas benachbarte Gewebe. Nur beim ganz reifen Zustande(Fig. 7 U. 14) ist es schwer zu sagen, wie weit die Samen-schale reicht und wo dasFruchtfleisch", d. h. das Hochblatt-gewebe anfängt. Dementsprechend ist die Entwickelung desIntegumentes (Fig. 12, i) zur Samenschale (Fig. 14, s.s) deutlichnur an der freien, gegen die Mitte gerichteten Partie zu ver-folgen. Das anfangs rein parenchymatische Gewebe (Fig. 12,i~s) differenziert sich dort in fünf Schichten, die erste wirdvon der Epidermis gebildet (Fig. 13, l), die zweite von einereinreihigen Parenchymschicht (Fig. 13, 2), dann folgt einebreite Zone, die aus sclerotisiertem Parenchym besteht, dessenZellen im halbreifen Stadium (Fig. 8) noch, nicht sehr starkverdickt sind (Fig. 13, b) und erst im Vollreifen Stadium(Fig. 14, 3) starke Verdickung der Wand zeigen. Anfangs(Fig. 8) schliefsen sie auch noch nicht rings zu einer Schalezusammen. Die nun folgende Zone fungiert als Nährschicht,d. h. ihre Zellen obliterieren, nachdem sie ihren Inhalt ab-gegeben haben (Fig. 13, 4). Diese Zone ist daher im halb-reifen Stadium (Fig. 13) noch lange nicht so stark zusammen-gefallen wie im Vollreifen (Fig. 14, 4), wo sie ein schmaleshelles Band bildet, in dem die Zelllumina nur als zarteLinien zu erkennen sind. Von dieser Zone dringen schmaleStreifen obliterierten Gewebes auch durch die Sclereiden-schicht bis zur äufseren Parenchymreihe vor (X, Fig. 13 u. 14).Die Zahl dieser Streifen beträgt drei (X, Fig. 7). Der einederselben ist stets gegen die Mitte, gegen den centralen Hohl-raum hin, gerichtet (x oben, in Fig. 13 u. 14), die beiden an-deren aufsen gegen das Fruchtfleisch hin (je einer ist inFig. 13 u. 14 unten bei X dargestellt). Sie dringen stets in deninneren und den äufseren Kiel der Samen ein. Die innersteSchicht der Samenschale bleibt als zarte innere Epidermis er-halten (Fig. 13, 5 u. 14,5). Die Zellen derselben obliterieren nicht.Hand in Hand mit dieser Entwickelung der Samenschalegeht nun eine sehr eigentümliche Einschliei'sungder anfangs nackten Samenanlagen durch den ober-sten Hochblattwirtel. Wie schon oben erwähnt, sitzendie Ovula an der Spitze eines Zweigleins, an dem man bisneun dreizählige Wirtel kleiner Schuppenblätter findet (Fig. 2).Die Blättchen des obersten dieser Wirtel (hbl I, Fig. 2) sindanfangs sogar kleiner als die der übrigen (II IX), wachsenaber nach erfolgter Befruchtung rasch heran. Zunächst ver-dicken sie sich im mittleren Theile stark (Fig. 3, hbl I), dannauch oben und an der Basis und wachsen alsdann um. diedrei Ovula herum. In dem noch sehr jungen Stadium derFig. 3 bilden sie bereits einen Becher rings um die Basisder Ovula. Im folgenden Stadium (Fig. 4) ist dieser Becherzu einem Kruge mit breiter Öffnung geworden, in dem näch-sten Stadium (Fig. 5) ist dieser Krug oben geschlossen undbei der reifen Frucht (Fig. 6) macht das Ganze völlig denEindruck einer Beere, doch bleibt an der Spitze stets ein

feiner in die Mittelhöhlung führender Kanal übrig. Die Spitzender drei Blätter, die allmählich auch seitlich so vollständigmiteinander verwachsen, dafs man bei der reifen Frucht keineTrennungslinien mehr sieht (Fig. 7, 8, 9), bleiben bei diesemUmwachsungsprozesse etwas zurück (die Hauptmasse des Peri-carps wird von der sich becherförmig entwickelnden Basisder Fruchtblätter gebildet), so dafs sie als zarte Spitzchenseitlich von der terminalen Öffnung nicht nur bei den jungenEntwickelungsstadien zu sehen sind (X in Fig. 4 u. 5), sondernauch bei der reifen Frucht noch leicht aufgefunden werdenkönnen (X, Fig. 1 u. G). Sie liegen, da die drei Fruchtblättermit den Samenknospen alternieren, zwischen und nicht überihnen. Man trifft sie daher nicht, wenn man die Samenmedian-längs durchschneidet (Fig. 4, 5, 6, links). Die Samen-knospen alternieren übrigens nur scheinbar mit den Hoch-blättern des letzten Wirteis (den Fruchtblättern). Man hatsich vielmehr die Sache so zu denken, dafs in der Achseljedes der Fruchtblätter zwei Ovula liegen, von denen abereines völlig abortiert ist, so dafs das übrig bleibende nunmehrseitlich, also zwischen je zwei Fruchtblätter gerückt wird.

An der Bildung derFrucht" beteiligt sich aufser demobersten Hochblattwirtel nur selten auch noch der nächsleBlattwirtel (II, Fig. 26), dessen Blätter sich meistens etwasverdicken (II, Fig. 5), aber nur selten mit der Basis derFrucht"verwachsen. Doch findet man bisweilen, wenn man ein grö-fseres Material durchsucht, an einigen Wacholderbeeren diedre Blättchen, mit der Basis clor Wacholderbeeren ver-schmolzen, vor. Die übrigen Blättchen des Achselsprofses(IIIIX) schrumpfen frühzeitig und gehen ganz oder teil-weise zu Grunde (Fig. 6), so dafs man am Stielchen der reifenFrucht, das der Basis der Wacholderbeeren des Handels alskleines graues Spitzchen ansitzt, nur noch einige wenige kleinespitze Blättchen findet.

Sehr gering sind d i e a n a 10 m i s ch e n V e r ä n d e r u n g e n,die die Fruchtblätter bei ihrer Umbildung in diefrucht schalen artige Umhüllung der Samen erfahren.Der Bau eines Fruchtblattes (Fig. 3, hbl I) ist folgender (Fig. 12,hbl I). Unter der derben Epidermis liegt ein dünnwandigesParenchym das reichlich durchlüftet ist und in dem sowohldie Bündel verlaufen wie auch Sekretbehälter liegen. Beimedianen Querschnitten findet man zunächst drei gröfsereBündel, welche den Mittelrippen der drei Fruchtblätter ent-sprechen und die etwas nach aufsen gerückt sind (gfb n gfb mgfb n Fig. 9). Dann folgt nach innen zu in flachem, nachaufsen offenem Kreisbogen angeordnet, eine Eeihe von meistsechs zarten Bündelchen (gfb, Fig. 9 u. 12). Diese Bündel-streifen alternieren mit den Ovulis (Fig. 9), da die Ovula mitden Fruchtblättern alternieren. Die Bündel sind kollateral undindividuenarm, besonders die inneren kleineren. Die Sekret-behälter (seb, Fig. 12) sind schizogen mit deutlichem Epithelund körnig-vakuoliger resinogener Schicht (rsg), die Sekret-behälter sind oval-länglich. Die der äufseren Schichten sindkleiner als die der inneren, welch' letztere in ihrer Lage dieNähe der Ovula bevorzugen, ja sieh meist direkt an dieseanlehnen (Fig. 9 u. 12).