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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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Tafel 63.

Fruct. Juniperi.

Baccae juniperi, Wacholderbeeren, Reckolderbeeren, Kaddigbeeren, Baies de Genievre, Juniper Berries.

Der Wacholder, Juniperus communis L., eine diöci-sche Cupressinee, die bei uns wild wächst, liefert seine Früchtein den Handel.

Die weiblichen Pflanzen tragen in den Achseln derzu dreizähligen Wirtein vereinigten nadeiförmigen Laubblätter(bl, Fig. 1), kleine Aehselsprofse (l, Fig. 1), an deren Spitze dieOvula sitzen. Bald findet man nur in der Achsel eines, baldin der Achsel zweier oder aller drei Blätter eines Wirteiseinen solchen fertilen Achselsprofs. Diese Aehselsprofse (Fig. 2sind kloine Zweiglein, an denen bis neun dreizählige Wirtelkleinei' Schuppenblätter (hbl, I IX) sitzen, deren Mesophyllreich durchlüftet, deren Epidermis aber derb ist. Der Basal-wirtel pflegt aus längeren, nadeiförmigen Blättern zu bestehen(IX, Fig. 2). An der Spitze des Zweigleins bemerkt man dieorganische Spitze des Sprol'ses, einen kleinen flachen Kegel(x, Fig. 3). Um diesen herum sind die drei Ovula orientiert.Diese Ovula (ov, Fig. 2) sind nackt, d. h. nicht in einen Frucht-knoten eingeschlossen, wie dies bei den Gymnospermen dieRegel ist. Sie besitzen nur ein Integument (i, Fig. 2 u. 3),das oben an der Mikropyle einen welligen Rand zeigt undmeist 68 Zellreihen dick ist. Der Mikropylarkanal ver-engert sich oben meist etwas, erweitert sich aber nach untenbauchförmig. In der basalen Höhlung liegt, dem Grunde an-geheftet, der rundlich-kegelige Nucellus (Nue, Fig. 2 u. 3), indem der Embryosack nur angelegt, nicht ausgebildet ist {Ems,Fig. 2). Gegen die Basis des Nucellus hin findet sich näm-lich eine Gruppe plasmareicher Zellen, die sich um eine cen-trale Zelle gruppieren. Die Befruchtung der Ovulaerfolgt etwa im Mai oder Juni, wenn die Pollenkörner dermännlichen Pflanzen reif sind. Das Pollenkorn, auf die oftetwas muldenförmig vertiefte Spitze des Nucellus auffallend,heftet sich hier fest und treibt einen kurzen Pollenschlauchin das Nucellusgewebe hinein (Fig. 3), der aber bald seinWachstum einstellt. Infolge dieses Reizes erfolgt nun erstdie Ausbildung des Embryosackes. Die vorbei' erwähntemittlere, plasmareiche Zelle vergrößert sich und wird zurMakrospore, d. h. zum Embryosack. Die umgebenden Zellenbleiben klein. In der Makrospore treten dann Teilungen ein,die zur Bildung eines Prothalliums führen, dem wir derAnalogie wegen den Namen Endosperm geben können. Ander Spitze dieses Prothalliums entstehen 510 Archegonien,deren basaler, gröfster Teil als Eizelle bezeichnet werden kann.Auf diese wächst nunmehr, etwa im Juli, der Pollenschlauch

zu, legt sich, sich stark verbreiternd, über die Halszellen allerArchegonien und sendet in jede Eizelle einen männlichenKern, dieser verschmilzt mit dem weiblichen Kerne der Eizelle.Die Befruchtung ist nunmehr vollzogen. Der Tochterkernwandert an die Basis der Eizelle, die kernführende Partiegrenzt sich durch eine Wand ab und der so abgegrenztebasale Teil der Eizelle erfahrt nunmehr reichliche Teilungen.Ein Teil der Zellen wird zum Embryoträger, ein anderer zurEmbryoanlage. In diesem Zustande (Fig. 4) überwintert dasProdukt der Befruchtung. Erst im Frühjahre des folgendenJahres bei Beginn der Vegetationsthätigkeit entwickelt sichdann der Embryo weiter. Zunächst gehen die meisten derEmbryoanlagen zu Grunde und nur eine, selten zwei ent-wickeln sich zu reifen Embryonen. Infolge reichlicher En-dospermbildung im Embryosack wird das Nucellargewebe, dassich an der Spitze kegelförmig in den sich allmählich schlies-senden Mikropylarkanal vorgewölbt hatte, allmählich resorbiert(Fig. 5). Im reifen Samen ist es bis auf eine zarte Haut(Nue, Fig. 6, Nuc, Fig. 14, c, 7) völlig geschwunden. Bei ihmist der gerade Embryo (Em, Fig. 6) in eine breite Endosperm-masse (E/td, Fig. 6 u. 14) eingebettet.

Die Ovula sind zur Zeit der Bestäubung nur wenig undnur an ihrer Basis mit den Hochblättern des obersten Blatt-wirtels, den sogen. Fruchtblättern, verwachsen (Fig. 2 u. 3).Späterhin verwächst dann der innere Rand der Fruchtblättermit dem äufseren Rande der Samenanlagen auf eine weiteStrecke, so weit, dafs nur die Spitze der Ovula allseitig frei-bleibt (Fig. 4 u. 5). Das Verhältnis bleibt auch bei der reifenFrucht bestehen, indem die Verwachsung des Samens mit demFruchtblatte im unteren Teile eine vollständige ist, die Spitzedes Samens aber allseitig freiliegt (vergl. Fig. 572, 5, der Angew.Anatomie).

Das Integument der Ovula entwickelt sich zur Sa-menschale. Es besteht anfangs aus paronehymatischen Zellenund bleibt auch noch sehr lange zart und parenclvymatisch.Noch in dem in Fig. 5 u. 12 dargestellten Stadium bestehtes an dem freien Ende aus C 8 Schichten zarter rundlicherParenchymzellen (i, 15, Fig. 12), an der verwachsenen Seiteaus etwa 10. Gegen die Mitte der ganzen Ovularanlage hin,dort wo die drei Ovula aneinander grenzen, sind nämlich dielntegumente frei (Fig. 3, 4, 5 u. 9). An der gegen das Hoch-blattinvolucrum gerichteten dagegen sind sie mit dem Hoch-blatte (Fruchtblatte) verwachsen. Doch grenzt sich besonders

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