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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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noch deutlich wahrzunehmen ist. Nun zeigen aber andere"Wurzeln bez. der obere Teil der typisch gebauten ein wesent-lich anderes Bild: nämlich einen radial - strahlig gebautengrofsen Holzkörper mit zahlreichen Librifornifasern. Hier hatsich der Holzkörper in der gewöhnlich bei "Wurzeln zu be-obachtenden "Weise weiter entwickelt, cl. h. es sind die primärenGefäfsstrahlen durch reichlich sich entwickelnden Holztoilnach innen geschoben und in ihrer Lage nur noch an dennunmehr breiten (meist 5) primären Markstrahlen zu erkennen.Der breite Holzkörper ist von einem schmalen, ringsum lau-fenden Siebteile umgeben, das Kambium bildet nahezu eineKreislinie. Dieser Fall, der sich namentlich bei den derben"Wurzeln, die die Nebenknollen im Boden befestigen, findetund hier sich bis weit hinunter gegen die "Wurzelspitze hinverfolgen läfst ich fand ihn noch in "Wurzeln von nur1 mm Durchmesser scheint von mechanischen Ursachenbedingt zu sein. Es ist klar, dafs so gebaute Wurzeln sehrviel fester sind als die anderen, also besser geeignet diegrofson Stengel im Boden, zu befestigen.

Aber auch noch weitere Variationen sind bei Valerianazu beobachten. So kommt es z. B. bisweilen vor, dafs zwischenden primären Holzstrahlen überhaupt sekundäres Holz nichtgebildet wird oder dafs andererseits der derbe und breiteHolzkörper vorwiegend aus Gefäfsen und Holzparenchym be-steht und keine Libriformfasern enthält u. a. m. "Wodurchdiese Yariationen im einzelnen bedingt sind, ist noch nichtermittelt.

Perikambium und Endodermis (pc und end, Fig. 12) be-sitzen bei allen "Wurzeln die typische Ausbildung. Die ver-korkte Endodermis ist besonders an den Stellen wo dieprimären Gefäfsstrahlen liegen, von unverkorkten Zellen unter-brochen (x, Fig. 12). Es sind dies Durchbrechungen für denSaftverkehr (Angew. Anatomie, S. 376). Die primäre Kinde(pR, Fig. 12) wird bei Valeriana nicht abgeworfen, sondernfolgt dem Dickenwachstum, ist bisweilen lückig und der Begelnach mit Stärke vollgepfropft. Bei Alkoholmaterial finden sichin den Zellen zudem kleine Sphaerokristalle. Die Zellen sindmeist dickwandig (Fig. 12).

Die Stärkekörner (Fig. 16) sind rundlich, einfach oderzu mehreren (26) zusammengesetzt, und erreichen eineGröfse von 15, ja 20 mik.

Die primäre Epidermis ist auch bei älteren Wurzelnerhalten (Fig. 11, Ep), wie man durch das Vorhandensein von"Wurzolhaaren (wh) leicht feststellen kann. Doch erfährt dieAufsenwand eine oft ziemlich starke Verdickung und Aus-stülpung und die Zellen verkorken. Von der Fläche be-trachtet sind die Zellen gestreckt (Ep, Fig. 13). Die Wurzel-haare (wh, Fig. 13) sitzen oft der Mitte der Zelle auf.

Das einreihige Hypoderm (Hyp, Fig. 11) besitzt ver-korkte Wände und enthält das ätherische Öl. Das letzterefindet sich liier also in einer mantelartig die ganze Wurzelumgebenden Zellschicht. In der Mehrzahl der Zellen findetman nur noch einen Tropfen ätherischen Öls (Fig. 11), einigeZollen jedoch zeigen noch eigenartige Wandverdickungon.Einzelne Zellen sehen aus wie reguläre Schleimzellen mitSchleimmembran (Fig. 19 b), bei anderen ist nur noch an derAufsenwand eine gelb - bräunliche Verdickungsschicht und ander Innenwand eine helle lokale Verdickung sichtbar (Fig. 11, y),bei noch anderen zeigt diese letztere ein körniges (Fig. 19 c)oder vaeuoliges (Fig. 11, x) Aussehen oder besitzt eigenartigeAnsätze (Fig. 19 a). Oftmals ist die Begrenzungslinie der Ver-dickungsschicht unregelmäfsig zackig (Fig. 19 c). Die Bildererinnern vielfach an ähnliche Erscheinungen bei den Öl-schleimzellen der Zimmtrinde (s. d.). Die Vcrdickungsschichtenscheinen zu der resinogenen Schicht in Beziehung zu stehenbez. Eeste oder auf einer Vorstufe der Umbildung stehen ge-bliebene Teile derselben zu sein. Die Hypodermzellen sindvon der Fläche gesehen polyedrisch (Fig. 13, Hyp) und 40bis 50 mik weit.

Läfst man Schnitte durch Wurzel oder Bhizom in Glycerinliegen, so schiefsen oft zahlreiche kleine spiefsige Kristalleüberall in Binde und Mark an. Erwärmt man den im Wasserliegenden Schnitt und läfst erkalten, so kann man gröfsere,büschelförmig zusammengelagerte Kristalle erhalten, die wohlaus einem Valerianate bestehen.

Das Pulver.

Das Pulver enthält sowohl die Elemente der Wurzelnwie die der Bhizome. Die letzteren sind besonders an denSclereiden zu erkennen (Fig. 18). Parenchymatischo Zellen,sowohl dünnwandige wie dickwandige, letztere besonders ausder Wurzelrinde (pR, Fig. 12) stammend, prävalieren. Oft sinddieselben dicht mit Stärke vollgepfropft, beim Behandeln mitChloral bleibt in ihnen ein zartes Maschennetz von Plasmaübrig. Neben diesen Zellen liegen dann geöffnete Zellen undzahlreiche Stärkekörner von 315 mik Durchmesser, seltensolche von 18 oder gar 2030 mik Länge (Fig. 16). Fernerfallen die Fragmente der Gefäfsbündel, besonders die Gefäfse,sowohl die sehr zarten primären Spiralgefäfse, wie die breitengetüpfelten sekundären (Fig. 15) auf, die oft von verdicktemHolzparenchym und Libriform begleitet werden. Seltener schon,aber sehr charakteristisch, sind die Fragmente der die Wurzel-haare tragenden Wurzelepidermis (Fig. 13, Ep) und das Hypo-derm mit den wellig gebogenen Wänden, sowie Stücke derEndodermis (Fig. 14, end). Letztere Elemente treten besondersschön bei Behandlung mit concentrierter Schwefelsäure hervor.