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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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Tafel 59.

Rhiz. valerianae.

Baldrianwurzel, Rhizome de valeriane offloinale, Valerian.

Vom Baldrian, Valeriana officinalis L., ist dasKhizom samt den Wurzeln in Anwendung. Das Rhizom zer-fällt in eine dünne, ausläuferartige Wandersprofsregion(Fig. 1, ws) und in eine diese oben abschliefsende, knolligeSpeie liersprofsregion (Fig. 1, sps). Die erstere ver-mittelt die Verbreitung des Rliizoms im Boden. Im typischenFalle (Fig. 1) figuriert ein Speichersprofs, dessen zugehörigebasale Wandersprofsregion abgestorben ist (bei X, Fig. 1) alsCentralknollen oder Centralwurzelstock (Gk, Fig. 1, i).Derselbe entsendet nach verschiedenen Seiten Ausläufer(ivs, Fig. 1) und diese Wandersprofse verdicken sich alsdannan ihrer Spitze knollenartig (sps, Fig. 1, n), auf diese WeiseNebenknollen oder Nebenwurzelstöcke bildend, die alsdannihrerseits wieder Ausläufer entsenden (*, Fig. 1, n). Daherkommt es, dafs in der Droge sowohl langgestreckte Central-knollen (Fig. 5) sich finden, die an der Basis die Narbe desWandersprosses (x, Fig. 5) und an der Spitze den abgestor-benen Stengelrest (sti, Fig. 5), sowie seitlich die Wurzeln(wu, Fig. 5) und bisweilen Ansätze der Wandersprofse (ws,Fig. 5) tragen, wie auch kurze gedrungene Nebenknollen (Fig. 4),die die basalen Wandersprofsansätze bei X noch besitzen (ws,Fig. 4) und die an der Spitze meist einen grofsen, oft mehrereInternodien umfassenden grofsen Stengelrest (SU, Fig. 4) zeigen.Das Innere sowohl der Centralknollen wie der Nebenknollenzeigt, wenn man sie der Länge nach durchschneidet, deutlicheKammerung (Fig. 4 u. 5), die Kammern entsprechen denInternodien.

An den Speichersprofsregionen, den Centralknollen, wieauch den Nebenknollen sind die Internodien sehr kurz undgestaucht und die an den Knoten sitzenden, sehr kurzen,manschettenartigen Niederblätter liegen daher dicht über-einander (Fig. 1, i). Die Wandersprofsregionen dagegen zeigenganz den Charakter von Ausläufern. Sie sind in ihrem Ver-laufe gleich dick und haben gestreckte, wenn auch nichtgerade sehr lange Internodien und deutliche Niederblätter anden Knoten.

Selbstverständlich kann jeder Nebenknollen zum Haupt-knollen werden und wird es wohl auch regelmäfsig im fol-genden Jahre.

Die Speichersprofsregionen zeigen folgenden Bau.Die Centralknollen, Centralwurzelstöcke (Fig. 1, i, Fig. 5)besitzen im Innern ein grofses Mark, welches aus dünnwan-

digen, tonnenförmigen, im Querschnitte runden, reichlich Stärkevon meist 28 mik Durchmesser führenden ParenchymZeilenbesteht und das gegen die Mitte hin da und dort Nester vonSclereiden enthält (Fig. 18), die durch Sclerose von Parenchym-zellen entstehen. Diese Sclereiden sind oft so stark verdickt,dafs nur ein ganz kleines Lumen übrig bleibt. Das Mark istmeist stark lückig, indem ganze Partien von Zellen ge-schwunden sind oder durch Lösen in den MittellamellenParenchymstreifen isoliert werden. Die übrig bleibendenPartien sind oft durch Parenchymbrücken verbunden. SolcheParenchymbrücken sind es auch, die die Kammerung (Fig. 4u. 5) bewirken. Sie führen meist die Sclereidennester. DieQuerbrücken entsprechen den Knoten, die Kammern den In-ternodien. Der das Mark umgebende Gefäfsbündelcylinderbesteht entweder bei kleineren und jüngeren Central-knollen (Fig.l) aus einem lockeren Kreise von Gefäfsbündcln(Fig. 3, gfb) , die sowohl in die Wurzeln, wie die AusläuferFortsätze entsenden oder es finden sich, besonders bei grofsenund dicken Centralknollen, an Stelle des einen Kreises zweiBündelkreise (Fig. 2, gfb). Die Bündel verlaufen sehr un-regelmäßig und geschlängelt, so dafs man auf Längsschnittenselten ein Bündel auf weite Strecken verfolgen kann. Esrührt dies daher, dafs die Internodien gestaucht sind undallenthalben, oft dicht über- und nebeneinander Wurzeln undAusläufer am Centralknollen entspringen, deren Bündelsystemsich an das Bündelsystem des Centralknollen ansetzt. Auchauf Querschnitten sieht man daher oft Längsstreifen vonBündeln, die in die Wurzeln austreten (Fig. 2). Bei denNebenknollen ist das Gefäfsbündelsystem regelmäfsiger ge-baut und bei den grofsen Nebenknollen (Fig. 4), da hier derkurze, knollige, terminale Teil des Rhizoms die Speicher-region wesentlich zur Befestigung des oft sehr grofsen undderben Stengels der Pflanze im Boden dient, zudem viel reicheran mechanischen Elementen, fest und hart.

Die Gefäfsbündel sind bei jüngeren Centralknollen (Fig. l,i)ziemlich regelmäfsig angeordnet (Fig. 3) und ziemlich regel-mäfsig gebaut. Der grofse Gefäfsteil (gth, Fig. 17) bestehtaus oft zu Radialreihen vereinigten Gefäfsen und ebenfallsradiale Anordnung zeigendem Holzparenchym (hp, Fig. 17).Die getüpfelten oder spiralig verdickten, bisweilen gelbe Aus-füllungen besitzenden Gefäfse zeigen oft geschlängelten Ver-lauf und auch die Holzparenchymzellen sind in der Längs-

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