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Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde : mit 81 Taf.
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Tafel 18.

Kaffee.

Sem. Coffeae, Cafe, Coffee.

Von den Coffeaarten wird C off ea arabica L. und in neuererZeit auch die grofsblätterige 0. liberica Bull, kultiviert. DieBlüten von Coifea arabica stehen in dichten cymösen In-floreszenzen (Scheinquirlen) in den Achseln der oft 20 cmgrofsen, gegenständigen, durch schuppenförmige, interpetiolarcNebenblätter am Grunde verbundenen Blätter (Fig. 1). DieInfloreszenzen sind bei C. liberica meist reichblütiger unddemgemäfs ist diese Art denn auch reicher an Früchten. Ichzählte in Java oft 25 und mehr Früchte in jedem Doppel-Fruchtstande, und dies in den Achseln von 710 aufeinanderfolgenden Blattpaaren. Auch entwickeln sich hier oft dieVorblätter der Blüten (s. unten) zu grofsen deckblattartigenGebilden, die aus dem dichten Fruchtstande hervorragen.

An jedem Knoten liegen 2 achselständige Infloreszenzen(Fig. 1) einander gegenüber. Im einfachsten Falle sind esdreiblütige Dichasien, eine Mittelblüte und 2 Seitenblütenmeist jedoch sind die Cymen durch komplizierte, aber wiees scheint immer cymöse Verzweigungen weiter geteilt.Präpariert. man eine Blüte heraus, so findet man, dass die-selbe im vollkommensten Falle von einem zweifachen Aufsen-oder Hüllkelche (Calyculus) behüllt ist. Der innere und deräufsere Calyculus bestehen aus je zwei verwachsenen Blättern(Fig. 5, Calyc A u. 7). Sowohl der innere wie der äufsere Calyculussind becherförmig, beide am oberen Eande durch einzellige,dickwandige, bisweilen zweistrahlige Haare bewimpert. DieBlätter alternieren. Aufserhalb des äufseren Calyculus undmit dessen Blättern in Alternanz finden sich ovale Hochblätter(Bracteolen, Vorblätter, Fig. 5, Va) und aufserhalb des innerenCalyculus in Alternanz mit den ebengenannten Vorblätternkleine schuppenförmige Vorblätter (Fig. 5, Vi), die also überden Blättern des äufseren Calyculus liegen. Das ganze Ge-bilde besteht also aus 8 Blättchen, von denen vier Hochblatt-charakter besitzen und vier zu 2 Bechern verwachsen sind.Die Vorblätter wachsen oft zu grofsen laubblattartigen Gebildenaus (s. oben). Es kommt übrigens auch vor, dafs der Caly-culus nicht nur eine, sondern mehrere, dann meist drei,Blüten, also ein kleines Dichasium und dafs der äufsere (untere)Calyculus mehrere Blüten oder Dichasien, die mit besonderen(inneren) Calyculis versehen sind, behüllt.

Die weifsen, sehr wohlriechenden, gamopetalen Blütensind hermaphrodit, proterandrisch, zoidiophil, im Knospen-

zustande oft von einem dichten (von Kolleteren erzeugten)Harzbalsam überzogen, der nicht selten die ganze Infloreszenzverklebt. Die Blumenkronenröhre ist gerade, die Korollen-zipfel in der Knospenlage gedreht, aufgeblüht präsentierteller-förmig. Die Stamina sind im Schlünde der Korolle angeheftet,ragen aus dem Schlünde hervor und sind nacli dem Ver-stäuben gedreht. Der Kelch ist auf 5 kleine Zähne reduziert(Fig. 7, Se), an der Spitze trägt der Fruchtknoten einen Diskus(Fig. 1, Dis), in dessen vertiefter Mitte der Griffel inseriertist (Fig. 7, Orf), der mit den 2 Narben aus der Krone heraus-ragt. Der Fruchtknoten ist schlank, zweifächerig (Fig. 7).Unterhalb des Griffelansatzes erkennt man auf Querschnittendurch das unter dem Diskus liegende Fruchtknotengewebedas leitende Gewebe, in dem die Pollenschläuche abwärtswandern (Fig. 7, t). Dasselbe ist im oberen Teile im Quer-schnitte rund, wird tiefer unten gestreckt spaltenförmig undverbreitert sich dann an den Spaltenden keulenförmig, so dassdasselbe nunmehr die Form einer Hantel besitzt. Jedes derbeiden breiten Enden liegt über einem Fruchtknotenfach. Sowerden die als ein Bündel oben eintretenden Pollenschläuchehalbwegs in 2 Bahnen zu je einem Fruchtknoten fache, zu jeeinem Ovulum geleitet. Die Ovula sind in der Mitte derScheidewand horizontal angeheftet und anatrop (Fig. 10), dieMikropyle liegt schräg nach unten.

Nach erfolgter Befruchtung fällt die Kronenröhre ab.Der Griffel vertrocknet und geht zu Grunde, ebenso die Se-pala und nur der Diskus bleibt erhalten. Der Fruchtknotenschwillt stark an (Fig. 9).

In diesem Entwicklungsstadium, in dem sich der Diskusnoch kräftig abhebt (Fig. 9, Dis) und auch die Sepala nochals Spitzchen erhalten sind (Fig. 9, Se), bietet der Frucht-knoten das in Fig. 10 dargestellte Durchschnittsbild. DasGewebe der Fruchtknotenwand ist noch sehr gleichförmig,docli ist auch schon jetzt eine innere engzelligere Schichtgegen das Fruchtfach hin differenziert. Das übrige Gewebebesteht aus ziemlich derbwandigem Parenehym, in welchesein innerer Kreis gröfserer und ein äufserer Kreis kleinererGefäfsbündel eingebettet ist. Die inneren Bündel entsendenihre Enden in den Diskus, die äufseren in die Sepala (Fig. 9).Zahlreiche Zellen mit Kalkoxalatkristallsand, dessen Einzel-kristalle relativ grofs sind, durchsetzen das Parenehym regel-