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unseres praktischen Könnens, die rechte Antwort zu geben vermögen,dann müssen wir erreichen, was wir wünschen: die Anerkennungunserer Leistungen und unseres wissenschaftlichen Strebens. Lassenwir es nicht nur bei diesen Worten oder beim guten Willen be-wenden, lassen Sie uns handeln! Der Erfolg, davon können Sieüberzeugt sein, muss uns dann zu teil werden. Vor allem möchteich auch an den "Vorstand des Deutschen Apotheker-Vereins dieBitte richten, uns in dieser Beziehung auch ferner mit Rat und Thatzu unterstützen. Hat er doch von jeher die Bedeutung der wissen-schaftlichen Pharmacie gewürdigt und sie nach Kräften gefördert!
Haben wir bisher die Mittel und Wege kennen gelernt, durchwelche die wissenschaftliche Pharmacie erstarken und sich An-erkennung verschaffen kann, so wollen wir uns jetzt kurz mit derFrage beschäftigen, auf welche Disziplinen sie sich erstrecken soll.Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Frage im innigsten Zu-sammenhange mit dem Unterricht der Pharmaciestudierenden auf denHochschulen steht, und deshalb soll hier beides gemeinschaftlich be-trachtet werden. Als mich kürzlich jemand fragte, was man eigentlichunter „ wissenschaftlicher Pharmacie" zu verstehen habe, gabich ihm die Antwort: „Alle diejenigen Wissenschaften, welcheein praktischer Apotheker zur Ausübung seines Berufesnötig hat." Ich glaube, dass der Studienplan und demgemäss auchdie Prüfungsordnung für Apotheker nicht zweckmässiger, als auf dieserDefinition aufgebaut werden können. Nicht für die Schule, sondernfür das Leben lernen wir. Den wesentlichsten Teil des pharmaceu-tischen Unterrichts muss demnach die p harmaceutische Chemiebilden. Deren Wesen hat Ernst Schmidt in einer bei Übernahmeder Leitung des pharmaceutisch-chemischen Institutes an der Univer-sität Marburg gehaltenen Rede so treffend charakterisiert, dass ichIhnen hier seine eigenen Worte mitteilen will 1 ). „Unter pharmaceu-tischer Chemie hat man den Teil der Apothekerkunst oderPharmacie zu verstehen, welcher die Chemie in ihrer An-wendung auf dem Gebiete der Pharmacie in's Auge fasst;sie wird der Teil der angewandten Chemie sein, der denwissenschaftlichen Bedürfnissen der Pharmaceuten Rech-nung trägt, der den mannigfachen Anforderungen zu ent-
1) Ernst Schmidt. Über die moderne Bedeutung der pharmaceuti-schen Chemie. Rede, gehalten am 29. Juli 1884, gelegentlich der Über-nahme der Leitung des pharmaceutisch-chemischen Instituts der Univer-sität Marburg. Archiv der Pharmacie, 3. Reihe, Bd. 22, Heft 17 (1834).
Derselbe, Das pharmaceutisch-chemische Institut zu Marburg. Rede,gehalten am '27. Oktober 1888, gelegentlich der Einweihung der Erweite-rungsbauten desselben. Marburg,