— 420 —
Ericolin ] ), C 34 H 56 0 2 i (?), bildet ein braungelbes, amorphes, bitter-schmeckendes, bei 100° klebrig werdendes Harz, das beim Erhitzenmit verdünnten Mineralsäuren in Zucker und Ericinol (C 10 H 16 O), einfarbloses, eigentümlich riechendes Öl gespalten wird.
Cortex Mezerei.
Daphne Mezereum L. — Thymelaeaceae — Thymelaeoideae.Bestandteile' 2 ): Daphnin, Umbelliferon.
sDaphnin' 6 ), C 15 H 16 0 9 -f- 2H 2 0, kristallisiert in farblosen Nadeln,welche, wasserfrei, bei 200° unter teilweiser Zersetzung schmelzen.Daphnin ist unlöslich in Äther, schwer löslich in kaltem, leicht löslichin heißem Wasser und - in heißem Alkohol. In Alkalien löst es sichmit goldgelber Farbe. Die wäßrige Lösung reduziert in der Siede-hitze ammoniakalische Silberlösung. Durch Emulsin oder durch ver-dünnte Mineralsäuren wird Daphnin gespalten in Glukose undDaphnetin:
C—CH=CH—CO
HO
-C—0-
Ci5Hi 6 0 9 -j- H 2 0
Daphnin
= C 6 H 12 O ß + HC X /C-OH
C
OH
Daphnetin
- Daphnetin 1 ), C 9 H 6 0 4 (3-4-Dioxycumarin), bildet hellgelbe, licht-brechende Prismen, welche, unter teilweiser Zersetzung, bei 253—256°schmelzen. Synthetisch wird es dargestellt durch Einwirkung von
') Rochleder und Schwarz, Sitzg.-Ber. Wien. Akad. 9 (1852) 308. Thal,B. 16 (1883) 1502. Ericolin ist ein, bei den Ericaceen weit verbreitetes Glykosid.Dieselben Spaltungsprodukte liefert Pinipikrio, ein aus den Nadeln und der Rindevon Pinus sylvestris und aus den grünen Teilen von Thuya occidentalis undJuniperus sabina isoliertes Glykosid.
2 ) Als Träger der reizenden Wirkung wird ein harzartiger Körper betrachtet,der als Anhydrid der Mezerei'nsäure bezeichnet wurde (Buchheim, Jahresb,d. Pharm. 1873 558).
3) Vauquelin, Ann. d. chirn. 84 (1812) 173. Gmelin und ßaer, Schweigg.J. 35 (1822) 1. Zwenger, A. 115 (1860) 1.
*) Stünkel, B. 12 (1879) 109.