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Grundriß der Pharmakochemie
Entstehung
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Anethol 1 ), C 10 H 12 O, bildet weiße, glänzende Kristalle, welcheanisartig- riechen, süßen Geschmack besitzen und bei 22,5 bis 22,7 uschmelze». Der Siedepunkt liegt bei 233°, das spezifische Gewichtbeträgt 0,985 (24,6°). Anethol ist leicht löslich in Alkohol und inÄther, fast unlöslich in Wasser. Es besitzt die Konstitution

0-CH=CH—CH 3HC/ ^CH

HG ^CH

x c

I

OCH 3

Anethol

(p-Propenylphenolmethyläther)

(p-Propenylanisol)

und wird durch verschiedene Agentien in polymere Modifikationenübergeführt. Durch längere Einwirkung des Sonnenlichtes bildet sichPhotoanethol (C 10 H 12 O) x, vom Schmelzpunkt 207°' 2 ). Schwefel-säure, Jodjodkalium, Antimontrichlorid, Benzoylchlorid wirken eben-falls polymerisierend und führen Anethol in Anisoin (C 10 H 12 O) x(Schmelzpkt. 140—145°) über 3 ). Durch Chlorzink entsteht Meth-anethol (festes Dianethol (C 10 H 12 O) 2 ) vom Schmelzpunkt 132° undIsoanethol (flüssiges Dianethol) 4 ).

v ) Saussure, Ann. d. chim. et d. phys. LI, 13 (1820)280. Blanchet undSeil, A. 6 (1833) 287. Oahours, A. 35 (1840) 312; 41 (1842) 56. Gerhardt,A. 44 (1842) 318; A. 48 (1843) 234. J. f. prakt. Oh. 36 (1845) 267. Ladenburgund Leverkus, A. 141 (1866) 260.

2 ) de Varda, Gazzetta chimic. ital. 21 (1891) 183; B. 24 (1891), lief. 564.

3 ) Orndorff und Morton, Amerio. ehem. Jonrn. 23 194. Cahours,A. 41 (1842) 63. .Rössel, A. 151 (1869) 25. Das als Anisoin bezeichnetePolymerisationsprodukt ist nicht zu verwechseln mit dem durch Kondensation zweierMoleküle Anisaldohyd entstehenden Anisoin, welches dem Benzoi'n analog konstituiertist und die Formel

OHäOCeil,—CH(OH)—CO—CcHiOCHsAnisoin(Auisoylmethoxyphenylkarbinol)besitzt.

4 ) Schlun und Kraut, Jahresb. 1863 552. Perrenoud, A. 187 (1877) 68.