— 88 —
^"Chinasäure 1 ), C 7 H 12 O e -|-H 2 0, kristallisiert in Prismen, welchebei 162° schmelzen und in Wasser leicht, weniger leicht in Alkohollöslich sind. In Äther lösen sie sich fast gar nicht. Die wäßrigeLösung schmeckt sauer und ist linksdrehend.
Beim Erhitzen auf 220° entsteht das bei 198" schmelzendeChi nid, ein Lakton der Formel C 7 H )0 O B , das beim Erhitzen mitBarytwasser inaktive Chinasäure liefert 2 ). Durch trockene Destillationzerfällt Chinasäure in Phenol, Benzoesäure, Salizylaldehyd und Hydro-chinon. Letzteres entsteht auch beim Kochen mit Wasser und Blei-superoxyd. Wird Chinasäure mit Braunstein und Schwefelsäure destilliert,so entsteht Chinon 3 ).
Durch Brom und Wasser, durch Schmelzen mit Kali, durch Be-handlung mit Bromwasserstoffsäure, sowie durch Gärung des Calcium-salzes an der Luft mit Spaltpilzen wird aus Chinasäure Protocatechu-säure gebildet.
Die Chinasäure ist als Tetraoxycyklohexancarbonsäure auf-zufassen, deren Konstitution einer der beiden nachstehenden Formelnentspricht:
OH
H ,OH(V
H 2 C // ^CH-
OH
/CH
H 2 C/ X CH—OH
ii 2 e x /CH-
-OH
oder
HO—HC .CHa
C- OH
1
C\x OH
COOK
COOH
Chinasäure
J ) Chinasäure wurde von Hofmann (Crell's Ann. II (1790) 314, in denChinarinden aufgefunden, sie ist auch enthalten in den Kaffeebohnen, im .Heidel-beerkraut, im Wiesenheu und in den Blättern der Zuckerrübe. Mit der Untersuchungund der Aufklärung- der Konstitution der Chinasäure haben sich namentlich be-schäftigt Vauquelin, Liebig und Wöhler, Baup, Hesse, Eittig und Hilde-brand, Erwig und Koenigs, Eykmann. Vgl. Echtermeier, Arch. d. Pharm.244 (1906) 37. Knöpfer, Arch. d. Pharm. 245 (1907) 77.
2 ) Eykmann, B. 24 (1891) 1297. -
3 ) Woskresensky, A. 27 (1838) 208.