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Schiroper:
3. Ordnung. Gnetinae( 6 ).
Einzige Familie: Gnetaceae. Blütlie mit Perigon. — HarzfreieHolzgewächse mit echten Gefässen.
Durch den Besitz eines allerdings sehr kleinen, unscheinbaren Perianths,durch die Andeutung einer Vereinigung der Geschlechter in einem Blüthen-stand bei Gnetum und in einer (der weiblichen) Blüthe bei Wehvitschia,durch den Besitz echter Gelasse im Holzkörper und theilweise durch den-jenigen netzaderiger Blätter(Gnetum) zeigen die Gneta-ceen Aehnlichkeiten mit denDicotyledonen und sind als diehöchstentwickelten unter denGymnospermen zu betrachten.Die drei die Ordnung derGnetaceen bildenden Gattungenweichen sowohl in der sporogenenund in der geschlechtlichen Gene-ration ganz wesentlich von einan-der ab. Die Arten von Epkedra(Mittelmeerländer, Orient, Ge-birge des tropischen und subtropi-schen Amerika) sind unbelaub-te Sträucher mit ruthenartigenAesten. Wehvitschia miräbüis isteine der wunderbarsten allerPflanzen, mit kurzem, verkehrtkegelförmigem, dickem Stamme,aus welchem nur zwei meterlangebandförmige Blätter entspringen,die an der Basis weiterwachsen,während ihr viel zerschlitzterEndtkeil allmählich abstirbt. DieGattung Gnetum weist theilsBäume, theils Lianen auf, die habi-tuell dicotylen Holzgewächsenganz ähnlich aussehen und breite,netzadrige, denjenigen des Lor-beers ähnliche Blätter tragen. Inder Entwicklung der geschlecht-lichen Generation schliesst sichEphedra noch ganz dem Coniferentypus an, bei Wehvitschia tritt eine Keductionder Archegonien ein, welche nur noch aus je einer Zelle bestehen, bei Gnetumendlich, dessen Makrosporen in Mehrzahl angelegt werden, fehlen die Archegoniengänzlich, ein Prothallium wird entweder nur im basalen eingeschnürten Theiledes Embryosacks (Gn. Gnemon) oder meist gar nicht erzeugt, der Plasmabelegdes letzteren enthält zahlreiche, nackte Eikerne, die sämmtlich befruchtungsfähigsind und von welchen mehrere auch befruchtet werden, da mehrere Pollen-schläuche in den Embryosack gelangen und jeder der beiden generativen Kernederselben mit je einem Eikern copuliren. Nach der Befruchtung tritt mehroder weniger reichliche Endospermbildung um die zu Schläuchen heranwachsendenZygoten ein. Nur einer der Keime der polyembryonalen Samenanlage gelangtzu weiterer Entwicklung.
Fig. 381. Embryosack von Gnetum kurz vor derCopulation der Kerne, po Pollenschlauchspitze, mkmännliche, wk weibliche Kerne, pk desorganisirterPollenschlauchkern. Vergr. 500. (Nach G. Karsten.)