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Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
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Schimper:

Viele Coniferen sind hohe Waldbäuine von pyramidenförmiger Gestalt.mit mastähnlichem, nach oben zugespitztem Stamme, welchem Scheinquirlehorizontal ausgebreiteter, reichverzweigter Seitensprosse entspringen. Häutig,namentlich bei dichtem Wüchse, werden die unteren Zweige im späterenAlter abgestossen, so dass ein hoher nackter Stamm eine pyramidenförmigeKrone trägt. Letztere kann sich schliesslich abflachen und Schirmgestaltannehmen, wie bei der Pinie des Mittelmeers (Pinus Pinea), oder sogarscheibenförmig werden, wie bei der brasilianischen Araucaria [Araucariabrasiliensis). Verhältnissmässig wenige der baumartigen Arten weichen vonder pyramidalen Form wesentlich ab, wie die Cypresse [Cupressus semper-virens) mit ihren aufrechten Aesten. Die strauchigen Arten hingegen sindvielfach unregelmässig buschartig verzweigt, wie der Wachholder.

Die männlichen Blüthenstehen entweder einzeln odersind zu vielen gruppirt; siefallen nach dem Verstäubenab, ähnlich den Kätzchender Weiden und andererAmentaceen, welchen sieauch in der Structur vielfachähneln, ohne ihnen morpho-logisch vergleichbar zu sein,da Kätzchen Blüthenständesind. Die Staubblätter sindmeist zahlreich, schuppen-oder schildförmig mit zweioder mehreren, jedoch seltenFig. 374. Juniperas communis, a männliche Blüthe. vielen (bis 20 bei Araucaria)Vergr. 6 ferffler Zweig mit weiblicher Blüthe. Vergr. p 0 llensäcken an ihrer Unter-c weibliche Blüthe, die eine schuppe zuruckgebogen. ., t~.-t-.iii.. ■ i

Vergr. d Beere. Vergr. — Off leineil. (Nach Berg seite - Die Pollenkorner sindund Schmidt.) häufig mit zwei luftführenden

Blasen versehen.In den tiefgreifenden Unterschieden im Bau der weiblichen Blüthenund der Früchte liegen die wichtigsten Merkmale der Familien, in welchedie Ordnung eingetheilt wird.

Familie Gingkoaceae. Weibliche Blüthe an langer Achse; Fruchtblätterstielartig, die Basis der Samenanlage becherförmig umhüllend. Befruchtungdurch Spermatozoon. Samenschale aussen fleischig, innen hart. Blättergestielt, mit ein- oder mehrmals dichotom gespaltener Spreite (Fig. 375).

Die Gingkoaceen stellen einen sehr alten Zweig der Gymnospermen dar,der in früheren Erdperioden reich entwickelt, gegenwärtig nur noch durch diein China und Japan heimische Gingko biloba [SaMsbwrya aäiantifolia) , einenlaubabwerfenden Baum, vertreten ist. Engleb betrachtet sie als Typus einerbesonderen Klasse, die zu den Cycadaceen manche Beziehungen zeigt.

Familie Taocaeeae. Zapfenbildung unvollkommen oder fehlend.Fruchtblätter von den Samenschalen überragt oder fehlend.Samen mit Arillus (Fig. 376—377).

Taxus baccata, die Eibe (Fig. 376, 377), einzige deutsche Art der Familie,ist ein bis 10 m hoher, immergrüner, harzfreier Baum. Die Triebe sind sämmt-lich Langtriebo und tragen kammartig nach rechts und links geordnete, flacheNadeln. Die männlichen Blüthen sind axillär und bestehen aus zehn schild-förmigen, zu einer Kugel vereinigten Staubblättern am Gipfel eines kurzen, unter-wärts beschuppten Stiels. Die weibliche Blüthe nimmt ebenfalls den Gipfel eines