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Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
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RW

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Schenck:

Fig. 316. Marehantia polymorpha. A — Caufeinander folgende Stadien der Bratkörper-bildung, st Stielzelle. D Brutkörper vonder Fläche. E im Querschnitt x Ablösungs-stelle, o Oelzellen, r farblose, körnigen In-halt führende Zellen, aus denen dieBhizoidenspäter entspringen. A — G Vergr. 275.D—E Vergr. 65. (Nach Kky.)

complicirten anatomischen Aufbau geltend. Auf der Oberfläche des Thallus be-merkt man schon mit blossem Auge eine zierliche rhombische Felderung. JedesFeld entspricht einer unter der obersten Zellschicht oder Epidermis befindlichen,von geschlossenen seitlichen Wänden abgegrenzten Luftkammer, welche durcheine Athemöffnung in der Mitte des Feldes nach aussen führt (Fig. 159, A, B,

S. 123). Die Oeffnimg besteht aus einemkurzen Canal mit einschichtiger, ausmehreren ringförmigen Etagen von jevier Zellen gebildeten Wandung. VomBoden der Kammer erheben sich zahl-reiche kurze, aus rundlichen Zellen be-stehende Fäden, welche die Chloro-phyllkörner enthalten und das eigentlicheAssimilationsgewebe vorstellen. Auchin den Kammerwänden und in der Epi-dermis befindet sich Chlorophyll, aber ingeringerer Menge. Im Uebrigen bestehtder Thallus unter den als grübchen-artige Einsenkungen angelegten unddann durch Wachsthum bestimmter Epi-dermiszellen überdachten Luftkammernaus grossen chlorophyllarmen, als Spei-cherzellen fnngirenden Parenchymzellen,die nach unten von einer einschichtigenEpidermis abgeschlossen werden. Aufdie Ausbildung der Luftkammern ist dieBelichtung von grossem Einfluss. Beisehr schwacher Belichtung kann ihre Bildung ganz unterbleiben.

Auf der Oberseite des Thallus und zwar auf den Mittelrippen sitzend tretenin der Kegel zierliche kleine offene becherförmige Auswüchse mit gezähntemKand, die Brutbecher oder Brutkörbchen (Fig. 3176), auf, in deren Mitte

eine Anzahl von gestielten flachen grünenBrutkörperchen von biscuitförmigem Um-riss sich befinden. Sie entstehen, wieFig. 316 zeigt, durch Hervorwölbungund weitere Theilung einzelner Epidermiszellen und sitzen mit einer Stielzellebis zu ihrer fertigen Ausbildung fest, umsich dann von derselben (1) bei x) ab-zulösen. Sie besitzen an den beidenEinschnürungsstellen zwei Vegetations-punkte, von denen aus sie sich nach derAblösung zu neuen Pflänzchen weiter ent-wickeln, und bestehen aus mehrerenSchichten von Zellen, unter denen eineAnzahl mit Oelkörpern erfüllt sind (D, o),andere, farblose, als Anlagen der spä-teren Rhizoide dienen. Oelhaltige Zellentreten auch im fertigen Thallus zerstreut auf und sind überhaupt bei Lebermoosensehr verbreitet. Mit Hülfe der Brutkörperchen kann sich Marehantia in reichlichemMaasse vegetativ vermehren.

Die Sexualorgane, Antheridien und Archegonien werden von besonderenaufstrebenden Zweigen des Thallus getragen. Im unteren Theile sind diese

st)

Fig. 317. A männliche Pflanze von Marehan-tia polymorpha, b Brutkörbchen. Nat. Gr.B Antheridiumstand mit den eingesenktenAntheridien a vergrössert, t Thallus, s Ven-tralschuppen, r Bhizoiden. Etwas vergr.