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Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
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Cryptogamen.

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algen direkt von einzelligen Formen ihren Ausgang genommen, während dagegenfür die Rothalgen und Armleuchtergewächse eine Abzweigung von höherstehendenGrünalgen angenommen werden darf; ihr Anschluss nach unten ist aber nochnicht aufgeklärt. Was die Fadenpilze anbelangt, so bilden diese wahrscheinlichkeine einheitliche Gruppe, sondern sie dürften von verschiedenen Algengruppensich abgezweigt haben und es müssten ihre Vertreter, falls sich solche Beziehungennachweisen lassen, zu den entsprechenden Ausgangsformen als abgeleitete, farb-lose Organismen gestellt werden.

Allgemein verbreiten und vermehren sich die Thallophyten durch un-geschlechtlich erzeugte Sporen von verschiedener Ausbildungsweise bei deneinzelnen Gruppen; daneben tritt aber auch, allerdings nicht bei sämmtlichenKlassen, geschlechtliche Fortpflanzung auf. Diese Fortpflanzung besteht imeinfachsten Fall in der Vereinigung oder Copulation zweier glcich-gestalteter Sexualzellen oder Gameten zu einer einzigen Zelle, derZygospore oder Zygote. Bei manchen höher stehenden Formen abererscheinen die Gameten differenzirt in kleine männliche Zellen, Spermato-zoiden und grössere weibliche Zellen, Eier oder Oosphären, und aus derVerschmelzung eines Eies mit einem Spermatozoid geht eine sogen. Oosporchervor. Die erstere Form der sexuellen Fortpflanzung oder Befruchtungwird Isogamie, die letztere Oogamie genannt; beide sind durch Ueber-gangsformen mit einander verbunden. Man nimmt an, dass die Sexualzellenaus ungeschlechtlichen Sporen phylogenetisch hervorgegangen sind.

Während bei gewissen Thallophyten ausschliesslich ungeschlechtliche, beianderen nur geschlechtliche Fortpflanzung stattfindet, kommen bei vielen beideFormen der Fortpflanzung vor, sei es an derselben Pflanze neben oder nacheinander, oder sei es in aufeinanderfolgenden getrennten Generationen. Im All-gemeinen ist aber bei den Thallophyten keine regelmässige Aufeinanderfolge vonungeschlechtlichen und geschlechtlichen Generationen vorhanden, da äussere Fac-toren für die Art der Fortpflanzung entscheidend sind. Nur bei einigen wenigenGruppen (den Rothalgen und gewissen Fadenpilzen) folgt regelmässig auf einegeschlechtliche Generation (Gametophyt) eine ungeschlechtliche (Sporophyt) in ähn-licher Weise wie bei allen Bryophyten und Pteridophyten ein solcher Generations-wechsel vorhanden ist.

Klasse I.

Myxomyeetes, Schleimpilze ( 2 > 3 ).

Die Schleimpilze bilden eine selbstständige Gruppe von niederen Thallo-phyten; sie nehmen in gewisser Beziehung eine Mittelstellung zwischenPflanzen und Thieren ein und wurden daher auch als Mycetoxoa oder Pih-thierc bezeichnet. Sie sind in zahlreichen Arten (ca. 50 Gattungen) überdie ganze Erde verbreitet. Im vegetativen Zustande bestehen die Schleim-pilze aus nackten Protoplasmamassen, den Plasmodien, welche zahlreichekleine Zellkerne enthalten, aber des Chlorophylls vollständig ermangeln unddaher auf saprophytische Ernährungsweise in faulenden Pflanzentheilen oderin seltenen Fällen auf parasitische Ernährung in lebenden Pflanzen ange-wiesen sind. Die Plasmodien (S. 45) finden sich mit Vorliebe auf dem Bodender Wälder, auf abgefallenen Blättern, auf und in faulendem Holz. Siekriechen unter Formänderung im Substrat umher, indem sie Pseudopodienoder Fortsätze an ihrer Peripherie aussenden, die wieder mit einander ver-schmelzen können. Ihre Bewegungen werden ausgelöst durch das Licht, die