Druckschrift 
Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
Entstehung
Seite
268
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

268

Sohenok:

2. Die Bryophyten oder Moospflanzen umfassen einestheils Formenmit blattartigem Thallus, andererseits cormophyte Formen mit deutlicherGliederung in Stengel und Blätter. Echte Wurzeln gehen ihnen noch ab.Ihre Leitbündel zeigen einfachste Ausbildung.

3. Die Pteridophyten oder Farnpflanzen besitzen Gliederung inStengel, Blätter und Wurzeln und enthalten echte Gefässbündel. Sie habenalso schon den Aufbau der Phanerogamen, von denen sie sich aber durchdie Vermehrung und Verbreitung mittels Sporen unterscheiden.

Thallopl^ten und Bryophyten werden auch als Zellenpflanzen den Pteri-dophyten oder Gefässcryptoganien gegenüber gestellt, und die letzteren zusammenmit den Phanerogamen als Gefässpflanzen bezeichnet. Die Bryophyten undPteridophyten dürften als gesondert weiter entwickelte Stämme ihren Ursprungaus höher stehenden Thallophyten genommen haben.

ThallophytaC).

Die Thallophyten gliedern sich naturgemäss in folgende natürliche Ver-wandtschaftsklassen :

1. Myxomycetes, Schleimpilze.

2. Bacteria, Bacterien.

3. Cyanophyceae, Blaugrüne Algen.

4. Diatomeae, Kieselalgen.

5. Peridineae, Peridineen.

6. Conjugatae, Conjugaten.

7. Chlorophyeeae, Grünalgen.

8. Phaeopkyceae, Braunalgen.

9. Bkodophyceae, Rothalgen.

10. Characeae, Armleuchtergewächse.

1 1. Hyphomycetes (Eumycetes), Faden-pilze.

Früher vertheilte man diese elf Klassen in zwei Hauptgruppen, Algenoder Älgae und Pilxe oder Fungi. Die Algen sind Thallophyten, welcheassimilirende Chromatophoren mit Farbstoffen, vor Allem Chlorophyll, be-sitzen und dem entsprechend zu selbstständiger Ernährungsweise befähigterscheinen, während die Pilze keine solchen Farbstoffe enthalten und sapro-phytische oder parasitische Lebensweise führen. Zu den Algen würden dem-nach die Klassen 3—10 zu rechnen sein, deren Vertreter Chlorophyll inihren Zellen führen, zu den Pilzen dagegen die Schleimpilze, Bacterien undFadenpilze. Die Eintheilung in Algen und Pilze hat aber nur physio-logischen, keinen phylogenetischen Werth, da sie die natürlichen Verwandt-schaftsbeziehungen der einzelnen Klassen unter einander nicht zum Aus-druck bringt.

Den obigen elf Klassen reihen wir als 1 ?. Klasse die Flechten, Lichenesan, deren Thallus eine Symbiose von Fadenpilzen mit Algen vorstellt (S. 184).Vom streng systematischen Standpunkte aus müssen die Flechtenpilze in dasSystem der Fadenpilze, die Flechtenalgen unter die Algen eingereiht werden,andererseits zeigen die Flechten so viel Uebereinstimmendes in Bau undLebensweise, dass eine zusammenfassende Behandlung derselben für unsereZwecke vorzuziehen ist.

Die ersten 7 Klassen stellen Gruppen dar, welche als scharf gesonderteReihen von einzelligen Organismen abgeleitet werden können, theils auf ein-zelligem Zustand stehen geblieben sind, theils sich zu fadenförmigen oder viel-zelligen Thallophyten weiter entwickelt haben. Vielleicht haben auch die Braun-