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Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
Entstehung
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250
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A. viviparum), auf deren Spreite Adventivknospen entstehen, die sich alsbald zujungen bewurzelten Pflänzchen entwickeln, dann abfallen und selbständig weiterwachsen (Fig. 216). Bei Cystopteris bulbifera entwickeln sich die Adventivknospenzunächst zu Bulbillen mit rundlichen, fleischig angeschwollenen Blättern. Auf

den Blättern unserer Cardaminepratensis bilden sich ebenfalls sehrhäufig Adventivpflänzchen, und auchCardamine amara ist zu solchenBildungen geneigt. Eins der merk-würdigsten Beispiele bieten die Blät-ter des tropischen Bryophyllum,welche nach der leicht erfolgendenAbtrennung von der Mutterpflanzein ihren Einkerbungen sehr schnellBrutpflänzchen entwickeln. Ein TVmd-stoss genügt aber schon, um die Fie-derblättchen dieser Pflanze abzulösenund auf den Boden herabfallen zulassen. Auf dem Thallus mancherLebermoose (Marchantia, Lunnlaria)entstehen Brutknospen an bestinini-ten Orten dicht gedrängt und füllen bei stetem Nachwuchs deren „Brutbecher"(Fig. 317 5) aus.

Einer der interessantesten Fälle von Fortpflanzung durch Adventivsprossungen

ist der, wo die Adventivknospen imNucellus der Samenanlage entstehen,in den Embryosack hinein wachsen and ganzwie Embryonen sich dort entwickeln (sobei Evonymus, Citrus, Funkia [Fig. 217,]Coelebogyne). Früher glaubte man, eshandele sich bei solcher Polyembryonieum eine Keimbildung aus zahlreichen Ei-zellen eines Embryosackes. Strasbukgku'sUntersuchungen lehrten jedoch, dass hierdie Bildung vegetativer Adventiv-keime vorliegt( sl ). Die im Embiyosackvorgebildete Eizelle kann nach erfolgterBefruchtung sich mit den Adventivkeimenzugleich weiter entwickeln, meist wird siejedoch durch die Adventiv- oder Nucellar-embryonen daran gehindert. Die Samenenthalten dann im Gegensatz zu denenanderer Pflanzen kein Geschlechtsproduct,sondern sind zu Organen der vegetativenVermehrung geworden. Die Bildung derAdventivkeime hängt in den polyembryo-nalen Samen freilich noch insofern von derBefruchtung ab, als sie nur nach voraus-gegangener Bestäubung erfolgt. Bei derneuholländischen Euphorbiacee Coelebogyne, die ausschliesslich in weiblichen Exem-plaren in unseren Gewächshäusern eultivirt wird, aber auch bei Balanophora elon-gata nach Tbeub( 82 ), entstehen die Adventivkeime auch ohne die Anregung der Be-stäubung. Hier liegen also Fälle von Geschlechtsverlust vor, wie sie auch von einzelnen

Fig. 217. Embryonenbildung durch vege-tative Sprossung aus dem Nucellus vonFunkia ovata (Hosta coerulea). n Nucellus,dessen Zellen am Scheitel sich zur An-lage der Adventivkeime (ac) anschicken,s Synergide, E Eizelle, bezw. sexuellentstandener Embryo, ii inneres Integu-ment. Nach Steasbukgbr.