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Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
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Physiologie.

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bis dreifache ihrer Länge, während die schnellsten Schiffe zum Durchfahrender eigenen Länge 10 —15 Secunden brauchen. Bei der Kleinheit derSchwärmsporen beträgt die in einer Stunde durchmessene Strecke aber dochnur etwa einen Meter.) Die Bewegung der Cilien ist dabei so geregelt, dasssie den Plasmaleib in bestimmter Richtung fortführen; sie kann aber durchReize so geändert werden, dass die Bewegungsrichtung in bestimmter Weisesich ändert. Die Cilienbewegung nämlich zeigt sich von den Reizzuständendes Plasmakörpers in der Weise beherrscht, dass die eingeschlagene Rich-tung und die Schnelligkeit der Bewegung den Bedürfnissen des Plasma-körpers dienstbar gemacht werden. Schwerkraft und Licht, gewisse inLösung befindliche Körper, mechanische Hindernisse und Berührung sind esvornehmlich, welche die Bewegungen frei schwimmender Plasmakörper undZellen beeinflussen. Die Schwärmsporen der Algen werden hauptsächlichdurch das Licht in ihrer Bewegungsrichtung bestimmt. Während sie imDunkeln nach allen Seiten hin das Wasser durch-eilen, bringt einseitiges Licht sofort eine bestimmteRichtung in ihre Bewegungen. Schnurgerade eilensie demselben entgegen oder sie wenden sich ebenso bestimmt von der Lichtquelle ab. Das Ab-wenden geschieht entweder bei zu starker Be-leuchtung oder aus noch unbekannten Umstim-mungen ihrer Reizbarkeit oder in einem ge-wissen Altersstadium. Das Yortheilhafte dieser merk-würdigen sogen, h e 1 i o t a k t i s ch e n (phototaktischen)Bewegungen leuchtet aber sofort ein, wenn manan die Rolle der Schwärmsporen im Leben derAlgen denkt: Um den jungen festsitzenden Algen,zu denen sie sich entwickeln, die Ernährung zusichern, müssen sie zunächst das Licht aufsuchen.Ist aber ein Ort mit geeignetem, d. h. nicht zustarkem und nicht zu schwachem Lichte erreicht,dann muss sich der Schwärmer mit seinem Vorder-ende festsetzen und zu diesem Zwecke sich vomLichte ab und einem dunklen Gegenstände zu-wenden. Andererseits kommen die Schwärmer imvöllig dunklen Raum überhaupt nicht zur Ruhe,sondern schwärmen bis zu völliger Erschöpfung

Fig. 108. Bewegungsform derAmöben. Die Pfeile deutenPichtung und Stärke der l!o-wegutig an, die Kreuzchendie ruhenden Stellen. Augen-blicklich erfolgt die Haupt-bewegung von H nach V.Im nächsten Augenblick kannsich der Hauptstrom nach Roder L wenden und dadurchdie Bewegungsrichtung derAmöbe ändern,weiter; so ist es ausgeschlossen, dass sie an licht-losen Orten sich festsetzen, wo die aus ihnen entstehende Pflanze nichtassimiliren könnte.

Schwärmer von wasserbewohnenden Pilzen und die durch Geisseinbeweglichen Bacterien werden nach Pfeffer's Untersuchungen vornehmlichdurch die ungleiche Vertheilnng gelöster, fester oder gasförmiger Stoffe in ihrerRichtung beeinflusst. — Durch die Bewegung gewisser Bacterien geben sichbeispielsweise schon die geringsten Spuren freien Sauerstoffs, die auf keinemanderen Wege nachzuweisen wären, zu erkennen (Emgelmann's Bactcrien-methode). — Je nach ihren augenblicklichen Bedürfnissen und ihrer Reiz-

stimmung bewegen sich die kleinen

Organismen

nach dem Orte höherer

Concentration hin oder wenden sich von demselben ab( 55 ).

Bei den Bewegungen der Samenfäden nach den weiblichen Organenübernehmen derartige chemotaktische Bewegungen ebenfalls die Rolleder Leitung. Die Samenfäden der Farne werden in den langen Hals derArchegonien, wie Pfeffer feststellte, durch Aepfelsäure bezw. äpfelsaure