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Noll:
hälften zusammenklappt und das Insect, das sich darauf gewagt, so gefangennimmt. Fig. 190 stellt ein Blatt dieser Dionaea in offenem Zustand, zum Fangebereit, vor. Das Zuklappen erfolgt äusserst schnell, sobald eine der drei be-weglich eingelenkten Borsten berührt wird, welche-mmm auf jeder Blatthälfte aufsitzen. ; Die Blattflächen selbst
sind viel weniger empfindlich.'; Ist das Insect im ge-schlossenen Blatte endlich getötet, wobei sich diezarten Blattflächen dicht demselben anschmiegen,dann beginnt auch hier eine reichliche Ausscheidungverdauender Säfte durch Drüsenhaare, die auf derinneren :in der Figur schraffirten) Blattfiäche stehen;später erfolgt die Besorption der gelösten Producte.Vorherrschend tritt bei den ausländischen Insecti-voren die Kannenform als Thierfalle auf, so beiNepenthes, Cephalotus, Sarracenia, Darlingtonia.Die Kannen entstehen, indem ganze Blätter, oderTheile derselben, sich zu krugartigen Behältern aus-bilden (vgl. Fig. 45 und Fig. 191). Unten in sol-chen Kannen steht eine von Drüsen der innerenWand ausgeschiedene wässerige Flüssigkeit. Thiere,welche bei Nepenthes durch Honigabscheidungen amBande der Kanne angelockt werden und denselbenbetreten, gleiten bei der ausserordentlichen Glätteder Wand aus, oder werden auch durch kleineHaare, die alle nach innen gerichtet sind, in dieKannen hineingeleitet und fallen alsdann in dieFlüssigkeit, wo sie durch Fermente und Säuren ver-daut werden. — Bei Sarracenia und Cephalotus hatGöbel keine verdauenden Fermente, bei Cepha-lotus aber fäulnisshemmende Secrete nachweisenkönnen. — Die deckelartige Ueberwölbungder Kannenöffnung, wie sie sowohl bei Ne-penthes als auch bei Sarracenia und Cephalotus sichfindet, klappt nicht zu, ihre Aufgabe scheint
Fig. 191. Blatt-Kanne einerNepenthes. Am Grunde derKanne, aus welcher ein Stückherausgeschnitten gedacht ist,steht die von den Blattdrüsenausgeschiedene Flüssigkeit F,in welcher hineingefalleneThiere verdaut werden.Verkleinert.
vielmehr die zu sein, das Einfallen fremder Körper,vor Allem auch von Regenwasser, in den Kannensaft zu verhüten. Der Eingangzu den Blattschläuchen der Darlingtonia befindet sich auf der Unterseite ihres helm-artig übergebogenen Endes und macht einen Deckel entbehrlich.
III.
Die Athmung.
Die Athmung der Pflanzen bietet sieh dem Beobachter nicht so auf-fällig dar wie die der höheren Thiere, und wie sich die Ernährung dergrünen Pflanzen nur durch das eigens angestellte Experiment feststellenHess, so bedurfte es gleichfalls richtig überlegter Versuche, um zu erkennen,dass auch die Pflanzen athmen müssen, um leben zu können,dass sie ganz wie Thiere Sauerstoff aufnehmen und Kohlensäure abgeben.Noch Liebig hatte 1810 in seinem epochemachenden Werke ..Die organische