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Noll:
Symbiose, bei welcher es sich nicht um so elementare Ernährungsfragen handelt,hat sich zwischen Pflanzen nnd Ameisen ausgebildet. Die sogen. Ameisen-pflanzen (Myrmekophyten) bieten kleinen und äusserst kriegerischen AmeisenWohnungen entweder in hohlen und unschwer zugänglichen Stämmen (Cecropia),in grossen hohlen Dornen (Acacia spadicigera und sphaerocephala, Fig. 188), inblasenartig aufgetriebenen Internodien (Cordia nodosa), oder in kopfgrossen laby-rinthartig durchhöhlten Stammknollen (Myrmecodia). Dabei wird den Ameisenoft noch Nahrung geliefert, von den Cecropien und Acacien in Gestalt von eiweiss-und fettreichen Körperchen (Fig. 188 7' 7 ), von den Acacien ausserdem noch durchNectarien (Fig. 188AH. Dafür schützen die Ameisen die bewohnte Pflanze inder wirksamsten Weise gegen thierische Feinde, zumal gegen die Blattschneider-ameisen, welche im tropischen Amerika in kürzester Zeit grosse Pflanzen voll-ständig durch Abschneiden von Blattstückchen entblättern und zu Grunde richtenkönnen. Die Blattschneidor leben, wie Mölijek entdeckte, aber auch ihrerseits
Fig. 189. Blätter von Drosera rotundifolia. links von oben, rechts von der Seite gesehen.
Vergr. (Nach Darwin.)
in einer Symbiose mit einem Pilz ((Rozites gongylophora), dessen Mycel sie aufden zusammengetragenen Blattstücken (den „Pilzgärten' - ) in Reincultur züchtenund dessen nährstoffreiche, von ihnen selbst hervorgerufenen, eigenartigen Aus-wüchse ihnen ausschliesslich als Nahrung dienen. Auch Termiten sind in letzterZeit als Pilzzüchter erkannt worden( 43 ). — Ein bekanntes symbiotisches Verhältnisshat sich zwischen Blumen und Insecten (auch Vögeln) ausgebildet, bei welchemdie Blume die Nahrung meist in Nectar und Blüthenstaub, aber auch in Samen-anlagen (Yucca-Motte und Feigengallwespe) spendet, die Thiere aber die Be-fruchtung vermitteln (S. 254 ff.), wodurch beide auf einander angewiesen sind.Weniger eng ist das symbiotische Verhältniss bei der unbeabsichtigten Verbreitungnahrhafter und wohlschmeckender Früchte und Samen durch Thiere.
Zu den merkwürdigsten Tliatsachen auf dem Gebiete der pflanzlichenErnährung gehört unstreitig der Fang und die Verdauung von Thieren. Esgeschieht dies durch grüne Pflanzen, die sieh daher selbständig ihre orga-nische Substanz verschaffen können, die aber durch eigenartige Einrichtungen