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Lehrbuch der Botanik für Hochschulen : mit 667 Abb.
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Strasburger:

an dieser sogenannten Jugendformf 0 ) der Pflanze die Selmppenblätter auf.Unser Wachholder behält die Nadelblätter zeitlebens. Noch instructiver sinddie Jugendformen der mit Phyllodien versehenen neuholländischen Akazien-Wir haben eine solche Akazie (Acacia pyenantha) früher schon (S. 36) kennen

gelernt. Wir nahmen an, dass<-p die Phyllodien umgebildete Blatt-

stiele seien, die sich spreiten-artig verbreiterten, während dieLamina schwand. Eine keimendeAcacia pyenantha (Fig. 54) liefertin ihrem Verhalten den sicht-baren Beweis für diese Annahme.Die ersten Laubblätter der Keim-pflanze, welche auf die Keim-blätter folgen, sind einfach gefie-dert, die höher stehenden dop-pelt gefiedert. Dann folgenBlätter, die noch eine gefiederte,aber doch bereits etwas reducirteSpreite aufweisen, ausserdemaber einen Blattstiel, der in senk-rechter Richtung schon abgeflachtist. Endlich Averden Blätter er-zeugt, die nur einen spreiten-artig erweiterten Blattstiel be-sitzen. Da viele andere Arteninnerhalb der Gattung Acaciamit doppelt gefiederten Blätternversehen sind, so liegt der phylo-genetische Schluss nahe, dassdie neuholländischen Akazien inrelativ recenter Zeit ihre zartenSpreiten einbüssten und durchdie viel resistenteren, den Anforderungen des australischen Klimas besser ent-sprechenden Phyllodien ersetzt haben. Daher stellt sich dieses Merkmaljedenfalls so spät in der ontogenetischen Entwicklung ein. — Ueber-haupt lässt sich oft nachweisen, dass bei Pflanzen mit abgeleiteten Blatt-formen, letztere an den Keimpflanzen erst über den Keimblättern und denersten Laubblättern auftreten und meist allmählich ihre definitive Gestalterlangen.

Fig. 54. Keimpflanze von Acacia pyenantha. DieKeimblätter schon abgeworfen. Die unteren Laub-blätter 1 — 4 sind einfach, die folgenden doppeltgefiedert. An den Blättern ö und (> ist der Blatt-stiel bereits senkrecht abgeflacht. In den fol-genden Blättern (7, 8, 9) ist er als Phyllodiumausgebildet, n Nectarien an den Phyllodien.Vergr. ca. ty«.