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Lehrbuch der Pharmakognosie : mit 411 Abb.
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Radix Taraxaci. Herba Lactucae virosae. Lactucarium.

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Die Droge enthält den kristallinischen Bitterstoff Taraxacin, sowie B f^ A 'Wachs, Schleim, Inulin, Zuckerarten. Festzuhalten ist, daß die Be-standteile je nach der Jahreszeit in sehr wechselnden Mengen in derDroge enthalten sind. Diese schmeckt bald mehr süßlieh, bald mehrrein bitter (dies ist bei der vom Arzneibuch geforderten Zeit desEinsammelns das Normale) und ist geruchlos.

Der Gebrauch der Wurzel, sowie der Blätter des Löwenzahns Geschichte,besteht schon seit der Zeit der alten Griechen und Römer.

Die Droge wird gegen Stockungen im Unterleibe und als milde v J^ nglösendes Mittel angewendet, meist als Extractum Taraxaci.

Herba Lactucae virosae. Giftlattich.

Giftlattich ist das vor der Entfaltung der Blüten gesammelte und getrockneteKraut der in fast ganz Europa einheimischen und verbreiteten, vielfach zuArzneizwecken kultivierten Lactuca virosa L.

Lactucarium.

Die Droge ist der eingetrocknete Milchsaft von Lactuca virosa L.Dieser wird namentlich in der Rheinprovinz bei Zell ä. d. Mosel %tm angebautenExemplaren in der Weise gewonnen, daß man im Beginne des Blühens denStengel einige Dezimeter unter der Spitze abschneidet und den vom Mai bisSeptember täglich aus der Schnittfläche ausgetretenen Milchsaft sammelt undeintrocknen läßt; darauf wird jedesmal eine neue Schnittfläche unterhalb deralten hergestellt. Lactucarium bildet harte, formlose, bräunliche Klumpen,welche sich wie Wachs schneiden lassen und weißliche, wachsglänzende Schnitt-flächen zeigen. Es besitzt einen eigenartigen narkotischen Geruch und starkbitteren Geschmack. Bestandteile sind neben Mannit, Kautschuk und Eiweiß-stoffen der Bitterstoff Lactucin, ferner Lactucasäure und Lactucon. Der Asche-gehalt darf nicht mehr als 10°,o betragen. Es wird als narkotisches Mittel,sowie auch gegen Asthma angewendet. Andere Sorten werden in Österreichund England gewonnen.