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2. Organische Chemie 2. Abt. (1901)
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1877
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Nachträge.

1877

Plumierid ist nach Franchimont identisch mit Agoniadin, bei-den Glycosiden soll die Formel C äl H s6 0 12 zukommen.

Piscidin besteht nach Freer und Clover aus einem Gemisch zweierVerbindungen: C n H"O s (O.CH 3 ) ! , farblose, bei 201° C. schmelzende, licht-brechende Prismen bildend, und C 20 H 12 O"(O . CH 3 ) 2 , in gelben, bei 216° C.schmelzenden Nadeln krystallisirend. Der wässerige Auszug der Wurzelrindevon Piscidia Eryihrina enthält das Calciumsalz der zweibasischen Piscidin-säure: C"H 1! 0 7 . Die Piscidinsäuve bildet farblose, bei 182 bis 185° C.schmelzende, fedrige Krystalle.

Robinin entspricht im lufttrockenen Zustande der Formel C^H^'O 19-f-SH 2 0; bei der Hydrolyse liefert es Rhamnose: C'H ,! O s , Galactose:0 6 H 1! 0 6 , und Eobigenin, einen anscheinend mit dem Ehamnolutin (sieheS. 1733) identischen Farbstoff C I5 H 10 O 6 (E. Schmidt, \Valj aschko):

C 88 H 40 0 19 _|_ 3H 2 0 _ C 15 H 10q6 _|_ 2 C 6 H 12 0 5 -)- C 6 H 12 0 6 .

Scutellarin: C 21 H 20 O 12 , findet sich in den Blättern und Blüthen vonScutellariaarten. Beim Kochen mit verdünnter Schwefelsäure liefert es Scu-tellare'in: C l5 H 10 O 6 , ein Flavonderivat, welches durch Kalilauge in Phloro-glucin und Para-Oxybenzoesäure gespalten wird (Goldschmiedt, Molisch).

Phyllocyanin lägst sich durch Beduction mit Jodwasserstoffsäure,ebenso wie Hämatoporphyrin (s. S. 1829), in Hämopyrrol: C 8 H 13 N, einDerivat des Pyrrols, verwandeln. Es steht somit der Blutfarbstoff zum Blatt-farbstoff (Chlorophyll) in naher Beziehung (Nencki, Marchlewski).

Eieralbumin liefert bei der Oxj'dation mit Ammoniumpersulfat im.Mittel 5 Proc. Harnstoff (Hugounenq).

Case'in liefert bei anhaltendem Kochen mit Salzsäure, ausser den aufS. 1775 angegebenen Verbindungen, Amidovaleriansäure, in salzsaurerLösung rechtsdrehend, linksdrehende a-Pyrrolidinearbonäure: C*H 7 (CO.OH).NH, bei 203 bis 206° C. schmelzend, Phenylalanin (s. S. 1057), undzwar in linksdrehender und in racemischer Form, sowie wahrscheinlich auchGlycocoll und Alanin (E. Fischer).

Thymin: C 5 H 6 N 2 0 2 oder C0<^2°g>C.CH 3 ( B - Fischer), wird

synthetisch erhalten, indem man Hydrothymin, C b H 8 N s 0 2 , in Monobromhydro-thymin verwandelt und aus letzterem HBr durch.Erwärmen mit Natronlaugeabspaltet. Das Hydrothymin entsteht beim Erhitzen von Harnstoff mitMethacrjlsäure.

Fibroin (100 Thle.) liefert beim Kochen mit verdünnter Schwefelsäure10 Thle. 1-Tyrosin, 21 Thle. r-Alanin, 36 Thle. Glycocoll, sowie 1 bis 1,5 Thle.1-Leucin und Phenylalanin (E. Fischer, A. Skita).

Sprengstoffe. Ballistit: Sprenggelatine (siehe S. 603); Ammonit,Favier's Sprengstoff: 91,5 Thle. Ammoniumnitrat, 8,5 Thle. Nitro-naphtalin ; Bomit: Ammoniumnitrat, Ammoniumcarbonat, Naphtalin, Paraffin ;Sekurit: 37 Thle. Ammoniumnitrat, 34 Thle. Kaliumnitrat, 29 Thle. Nitro-henzol; Dahmenit: 91,3 Thle. Ammoniumnitrat, 6,5 Thle. Naphtalin, 2.2 Thle.Kaliumdichromat.

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