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Anhaltspunkte für die Beurtheilung der Milch.
säure in den angewandten Reagentien, Gefässen etc. zu überzeugen, führeman zuvor unter den gleichen Bedingungen und unter Benutzung desselbenFiltrirpapiers einen blinden Versuch (ohne Milch) aus.
Verfälschungen der Milch durch Zusatz von Stärkekleister, Mehl, Eiweiss,Zucker, Kalbsgehirn, Kreide, Gyps, Gummi, Dextrin , Traganth kommenjedenfalls, wenn sie überhaupt vorkommen, nur ganz vereinzelt vor, daeinigermaassen beträchtliche Zusätze dieser Stoffe schon die äussere Be-schaffenheit der Milch verändern. Conservirende Zusätze, wie Kalium- oderNatriumbicarbonat, Borax, Borsäure, Conservesalz (die eingedampfte Lösungvon 5 Thln. Chlornatrium, 3 Thln. Kaliumnitrat und 2 Thln. Borsäure),Chlornatrium etc. lassen sich theils durch die Veränderung der Beaction,theils durch die Vermehrung des Aschengehaltes der Milch, bezüglich einequalitative Prüfung der Asche selbst erkennen. Ein Zusatz von Stärke-kleister oder von Mehl lässt sich sowohl durch eine mikroskopische Prü-fung, als auch durch verdünnte Jodlösung: Blaufärbung —, nachweisen.Letztere Prüfung kann direct mit der 1 : 20 verdünnten Milch, besser jedochin dem Filtrat, welches nach dem Ansäuern mit Essigsäure, Aufkochen undFiltriren resultirt, ausgeführt werden. Die Jodlösung ist in solcher Mengezuzusetzen, dass die anfänglich wieder verschwindende gelbliche Färbungconstant bleibt. Ueber den Nachweis von Salicylsäure in der Milch sieheS. 1068, über den Nachweis des Eormaldehyds S. 311, über den der Bor-säure I. anorg. Tbl, S. 440.
Ein Zusatz von Natriumcarbonat und auch von Natriumbicar-bonat kann häufig dadurch erkannt werden, dass man 10 ccm der aufge-kochten Milch mit 10 ccm Alkohol und einigen Tropfen Bosolsäurelösung(1 : 100) mischt. Bei Gegenwart dieser Salze tritt eine Bosafärbung derMischung ein. Zum Vergleich führe man die gleiche Beaction mit normalei'Milch aus.
Anhaltspunkte für die Beurtheilung der Milch. Obschon be-stimmte Grenzwerthe für die Beschaffenheit der Milch sich für die verschie-denen Gegenden und Jahreszeiten nicht mit Sicherheit aufstellen lassen, sodürften doch die im Vorstehenden gemachten Angaben in weitaus der Mehr-zahl der Fälle sichere Anhaltspunkte liefern, namentlich wenn es sich uff>Tagesmilch, d. h. um ein Gemisch der zu den verschiedenen Tageszeitengemolkenen Milch mehrerer Kühe handelt. Bei dreimaligem Melken enthältgewöhnlich die Morgenmilch am wenigsten, die Abendmilch am meisten Fett-
Durch "Wasserzusatz wird das speciflsche Gewicht der Milch und desSerums erniedrigt, sowie der Gehalt an sämmtlichen Bestandteilen herab-gedrückt. Dagegen bleibt der procentische Fettgehalt der Trockensubstanz(im Minimum 20 Proc.), sowie das speciflsche Gewicht der Trockensubstanz(im Maximum 1,4 Proc.) normal (vergl. S. 1850).
Durch Entrahmung der Milch wird das specifische Gewicht derselbe»erhöht, während das des Serums nicht verändert wird. Der Fettgehalt de''Trockensubstanz wird durch Entrahmung der Milch erniedrigt, das speqi-fische Gewicht derselben erhöht. Bei gleichzeitigem Wasserzusatz undEntrahmung kann das specifische Gewicht der Milch normal sein, dagege 11wird das der Molken erniedrigt. Erhitzt man 150 ccm Milch auf etwa 50° c ->fügt 2 ccm Weinsäurelösung vom specif. Gewicht 1,03 (von etwa 7 Proc.) z u >rührt mit einem kleinen Buthenbesen kräftig um und colirt dann die Molke 11durch feine Leinwand, so beträgt das specifische Gewicht derselben bei 15° C-1,027 bis 1,029, jedenfalls bei ungewässerter Milch nicht unter 1,027.
Durch vorstehende Merkmale können jedoch nur verhältnissmässig grot> e