Bestimmung des specifischen Gewichtes.
1843
Fig. 112.
dünnung mit "Wasser stattgehabt hat. Eine solche, nach zwei Richtungenhin verfälschte, unter Umständen das normale specifische Gewicht zeigendeMilch wird sich jedoch, abgesehen von dem niedrigen specifischen Gewichtder blauen Milch, welche dieselbe nach der Abrahmung liefert, leicht durchdas Aeussere, die bläulich weisse Farbe und durchscheinende Beschaffenheit,zu erkennen geben. Letzteres wird sich besonders bemerkbar machen, wennttian einen Tropfen auf einen geschwärzten Untergrundfallen lässt und die Färbung desselben mit der einesTropfens normaler Milch vergleicht. Unter Berücksichti-gung dieses Umstandes erscheint eine als „ganze Milch"(s. S. 1849) bezeichnete Milch als verdächtig, Wenn sichAr specifisches Gewicht bei 15° C. wesentlich von 1,0317entfernt, sie ist mit hoher Wahrscheinlichkeit als ge-fälscht zu betrachten, wenn ihr specifisches Gewicht bei15° C. unter 1,029 oder über 1,033 beträgt. Findet sichbei der Marktcontrole eine als „ganze Milch" bezeichnete■Milch, welche bei 15° C. ein unter oder über jenen Grenz-zahlen liegendes specifisches Gewicht zeigt, so ist dieselbevon Seiten des Controlirenden zu beanstanden und vonderselben eine etwas grössere Probe behufs weitererUntersuchung, besonders behufs Bestimmung desFettgehaltes zu entnehmen.
Zur Ermittelung des specifischen Gewichtes der Milchkann jedes genau gearbeitete Aräometer, ebenso auch das■Pyknometer und die Mohr'sche Wage dienen. Das ver-"reitetste und besonders für die Marktcontrole geeignetederartige Instrument ist das Lactodensimeter vonQuevenne und Müller (Fig. 112). Letzteres ist einAräometer, an welchem sich die specifischen Gewichtey on 1,014 bis 1,042 direct ablesen lassen. Auf der Scaladesselben sind jedoch nur je die zweite und dritte Deci-ttale verzeichnet, so dass also die Zahlen 14 bis 42 einemspecifischen Gewicht von 1,014 bis 1,042 entsprechen. Dasich indessen das specifische Gewicht der Milch mit derTemperatur derselben ändert, so ist letztere gleichzeitig'"it jeder specifischen Gewichtsbestimmung zu ermittelnund alsdann das gefundene specifische Gewicht auf die•^ormaltemperatur von 15° C. zu reduciren. Bei denteueren Lactodensimetern befindet sich das Thermometer ||{ lllÄ
'n dem Aräometer selbst, anderenfalls ist die Temperatur TlMllPy
der Milch gesondert mittelst eines empfindlichen Thermo- V|llf!>/
Meters zu messen. Die Beduction des ermittelten speci-fischen Gewichtes auf Normaltemperatur von 15° C. geschieht nach den nach-gehenden, von Ohr. Müller für ganze und für abgerahmte Milch bearbeitetenTabellen I, II (s. S. 1844 u. f.). Der Gebrauch derselben ist sehr einfach.Batte man z. B. ganze Milch bei 20° C. untersucht und an dem Lactoden-Sl aeter 30 Grade, entsprechend einem specifischen Gewicht von 1,030, ab-gelesen, so findet man in der durch die Zahl 30 bezeichneten Horizontalspalteder Correctionstabelle, wenn man von links nach rechts bis zu der Stelle vor-wärts geht, an welcher sie von der mit 20 überschriebenen Verticalspaltegeschnitten wird, die Zahl 31,2, welche dem specifischen Gewicht der unter-echten Milch bei 15° C. 1,0312 entspricht. Eine ungefähre Correction kann"^n dadurch vornehmen, dass man für jeden Grad über 15° C. den abgelesenen
116*
i !»y