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2. Organische Chemie 2. Abt. (1901)
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1781
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Liquor ferri albuminati.

1781

Der nach obiger Vorschrift bereitete Liquor bildet eine rothbraune,'Im alkalisch reagirende und kaum eisenartig schmeckende Flüssigkeit,Reiche im durchfallenden Licht vollkommen klar, im auffallenden LichtJedoch wenig trübe erscheint. Derselbe enthält nahezu 0,4 Proc. Eisen. DerUnverdünnte Liquor scheidet auf Zusatz von viel Alkohol alles Eisenatbu-1:n inat ab, nach vorherigem Zusatz von 2 Thln. Wasser ruft dagegen AlkoholKeine Fällung hervor. Chlornatrium scheidet ebenfalls das gelöste Eisen-a lbuminat ab; Einleiten von CO 8 bewirkt Zersetzung. Natrium- und Kalium-Ca rbonat, Natron- und Kalihydrat rufen nach kurzer Zeit ein GelatinirenOervor, während ein Zusatz von Natriumbicarbonat und von Ammoniak keineVeränderung bewirkt. Auf Zusatz von Jodkalium tritt Zersetzung ein, ohnea ass jedoch eine Abscheidung von Jod eintritt. Schwefelammonium ruft zu-nächst nur eine dunklere Färbung hervor. Säuren, in geringen Mengen zu-gesetzt, bewirken einen flockigen, in einem Ueberschuss des Fällungsmittels"Glichen Niederschlag.

Prüfung. Die gute Beschaffenheit des Liquor ferri albuminati ergiebtlc h durch das Aeussere, sowie durch folgende Merkmale: 5 ccm Liquor mit5 ccm Carbolsäurelösung von 3 Proc. und fünf Tropfen Salpetersäure vonia Proc. gemischt, liefern ein farbloses Filtrat, welches durch Silbernitrat-lQ sung nur schwach opalisirend getrübt wird: Chloride —. 40 ccm Liquor^nt 0,5 ccm Normal-Salzsäure gemischt, liefern ein farbloses Filtrat: Eisen-^Ccharat, Eisenoxychlorid etc. —. Der Trockensubstanzrückstand betrageetwa 4 Proc, der Eisengehalt fast 0,4 Proc. Fe. Zur Bestimmung des Eisen-gehaltes verdünne mau in einem 100 ccm-Kolben 20 g Liquor ferri albuminati*it 20 cem Wasser, füge 20 ccm Salzsäure von 25 Proc. zu und erwärme im"asserbade, bis das ausgeschiedene Eisenalbuminat vollständig entfärbt ist."ach dem Erkalten fülle man die Mischung bis zur Marke auf, filtrire, messev °n dem Filtrat 50 ccm (= 10 g Liquor) ab, füge eine sehr geringe Menge^aliumehlorat zu und dampfe auf etwa 5 ccm ein. Diese Lösung bringe*ä,n hierauf in einen Erlenmeyer'schen Kolben, spüle das Verdampfungs-Sc üäk-hen mit sehr wenig Wasser nach, füge 2g Jodkalium zu, lasse dieÜachung eine Stunde lang verschlossen stehen und titrire schliesslich dasai,s gesehiedene Jod mit '/„-Normal-Natriumthiosulfatlösung. Jedes hierzue rt>rauchte Cubikcentimeter Vi 0 -Normal-Natriumtbiosulfatlösung entspricht°>0056 g Fe (vergl. I. anorg. Theil, S. 809).

Der Liquor ferri albuminati Drees. , dessen Bereitungsweise geheim ge-halten wird, entspricht in der Zusammensetzung und in seinen Eigenschaften"* Wesentlichen dem obigen Liquor. Das Gleiche gilt von dem Liquor ferrial, ^uminati dialysat., dessen Darstellungsweise sich von obiger Vorschrift nurdadurch unterscheidet, dass die Eisenalbuminatlösung vor dem Zusatz des"ntntwassers etc. noch so lange der Dialyse unterworfen wird, bis das den'alysator umgebende Wasser nicht mehr alkalisch reagirt.

Ferrum albuminatum siccum lässt sich auch aus obigem, gut ausgewasche-nem Eisenalbuminatniederschlag durch Auspressen, Ausstreichen in dünner^etiicht auf Glasplatten und Trocknen bei 35 bis 40° C. gewinnen. Dasr °ckene Albuminat bildet ein ockerfarbenes, geruch- und geschmackloses,neutral reagirendes Pulver mit einem Eisengehalt von etwa 20 Proc. 1 ga avon , in einem Mörser mit 40 g Wasser angerieben, löst sich nach Zusatz°D 0,4 g Natronlauge von 15 Proc. klar auf.

Zur Bestimmung des Eisengehaltes in Ferrum albuminatum siccumr**r i m Ferratin (s. unten) löse man 0,2 bis 1 g mit Hülfe von wenig'atronlauge in einem 100 ccm-Kolben auf und verfahre dann, wie unterHuor ferri albuminati angegeben ist.