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Terpinhydrat, Terpineol.
lieber Temperatur mit der 100 fachen Menge Schwefelsäure von 5 Proc. ge-schüttelt wird.. Bei flüssigem Terpineol findet die Umwandlung erst nachacht bis zehn Tagen statt (Tiemann).
Eigenschaften. Das Terpinhydrat bildet grosse, farblose, fast geruch-lose, schwach aromatisch schmeckende, stark glänzende, rhombische Kry-stalle. Es löst sich in 250 Thln. kalten und 32 Thln. heissen Wassers, sowiein 10 Thln. Weingeist, 100 Thln. Aether, 200 Thln. Chloroform mit neutralerEeaction. Dasselbe schmilzt bei 116 bis 117° C. Gasförmige oder concen-trirte wässerige Salzsäure führen das Terpinhydrat in ein Gemisch von Cis-und Trans-Terpentinöldihydrochlorid: C 10 H 16 . 2 HCl (s.S. 1183), con-centrirte Jodwasserstoffsäure in Terpentinöldihydroj odid: C 10 H l6 .2HJ,Schmelzpunkt 78° C, über. Durch längeres Aufbewahren im Exsiccator oderschneller durch Trocknen bei 100° oder durch Destillation verliert das Terpin-hydrat 1 Mol. Wasser und geht in das bei 103° C. schmelzende, bei höhererTemperatur ohne Zersetzung in feinen Nadeln sublimirende Glycol Terpin:
C I0 H 16 + 2H s O oder C 6 H 8 (OH) 2 |^ 7 , Cis-Terpin, über. Das Cis-Ter-
pin entspricht dem Cis-Dipentenhydrobromid (s. S. 1183). Das damit isomere
(PH 3Trans-Terpin: C e fl 8 (OH) ! c 3 H 7 ' wir< * aus Trans-Di P ente;nn y ( l roDromi( i ( s -
S. 1183) durch Behandlung mit Silberacetat und Eisessig, und Verseifung derhierbei entstehenden Diacetylverbindung mit alkoholischer Kalilauge erhalten.Das Cis-Dipentenhydrobromid liefert unter diesen Bedingungen das gewöhn-liche Terpin (Cis-Terpin). Das Trans-Terpin bildet glasglänzende Prismenoder Tafeln, die bei 157° C. schmelzen. Während Cis-Terpin durch Aufnahmevon Wasser leicht wieder in Terpinhydrat übergeht, ist dies bei Trans-Terpin nicht der Fall. Verdünnte Schwefelsäure verwandelt Cis- und Trans-Terpin in Terpineol: Cff'.OH (Baeyer).
Werden 25 g Terpinhydrat mit 100 cem verdünnter Schwefelsäure (1 Thl.H 2 S0 4 , 2 Thle. H 2 0) etwa eine Stunde lang gekocht und das entstandeneProduct sodann mit Wasserdämpfen destillirt, so gehen Terpinen: C 10 H 16 ,Siedepunkt 179 bis 182° C., Terpinolen: C 10 H 16 , Siedepunkt 185 bis 190° C.und Terpineol: C 10 H lb O, Siedepunkt 218 bis 219°C, über, die durch wieder-holte fractionirte Destillation von einander getrennt werden können. Kochtman das Terpinhydrat mit sehr verdünnter Schwefelsäure (1 Vol. H 2 S0 4 ,7 Vol. H 2 0) unter obigen Bedingungen, so wird überwiegend Terpinen:C 1C H 16 , gebildet. Werden dagegen 25 g Terpinhydrat am Bückflusskühler10 bis 15 Minuten lang mit 50 cem Phosphorsäure vom speeif. Gewicht 1,12gekocht und dann durch die heisse Flüssigkeit Wasserdämpfe geleitet, sodestillirt fast nur Terpineol: C 10 H 18 O (s. unten), über. Die gleiche Ver-bindung entsteht, wenn 1 Thl. Terpinhydrat mit 2 Thln. trockenem Kalium-bisulfat gemischt und kaum 30 Minuten am Bückflusskühler auf 190 bis200° C. im Paraffinbad erhitzt wird. Bei längerem Erhitzen entsteht D i p e n t e n:c io H i6 ( Tildeil] Wallach).
Prüfung. Die Reinheit des arzneilich angewendeten Terpinhydratsergiebt sich durch das Aeussere, den Schmelzpunkt und die Löslichkeitsver-hältnisse. Es rieche nicht nach Terpentin und zeige die heisse, wässerigeLösung keine saure Beaction.
Das Terpineol: C 10 H 18 O oder C'ff'.OH, welches den Charaktereines tertiären Alkohols besitzt, ist in einer rechtsdrehenden, linksdrehendenund optisch inactiven Form bekannt. — Terpineol findet sich im Niaouliöl,-f- Terpineol im Cardamomenöl, Levisticumöl und Majoranöl, 0 Terpineol im