Horizontalintensität.
535
kannt sei, den die Richtung nach einer Mire (etwa Hauskante oderKirchturm) mit diesem Meridian bildet. Dann bedarf man zur Dekli-nationsbestimmung nur eines Horizontalkreises oder eines kleinen Theo-doliten, mit dem man den Richtungsunterschied a 2 einer Magnetnadelgegen den geographischen Meridian oder die Mirenrichtung feststellt.Da die magnetische Achse einer Magnetnadel nie genau mit ihrer geo-metrischen Achse zusammenfällt, muß man die Nadel umlegen und ausbeiden Ablesungen <x' 2 und a' 2 ' das Mittel nehmen. Am besten bestehtdie Deklinationsnadel aus einer stählernen, längsmagnetisierten Röhre,welche am einen Ende eine zur Längsachse senkrecht stehende Konvex-linse , von einer Brennweite gleich der Röhrenlänge, am anderen Endeein Fadenkreuz trägt. Mit einem auf unendlich eingestellten Fern-rohre kann man dann das Fadenkreuz durch die Linse hindurch deut-lich sehen. Oben und unten sind in der Mitte der Röhre Hakenangebracht, mit denen sie an einen Kokonfaden gehängt wird. DasGanze ist durch einen Kasten mit Spiegelglasfenster vor Luftzug ge-schützt.
Übung. 1. Man justiert mittels der Fußschrauben und derbeigegebenen Libellen den Theodoliten, stellt das Fadenkreuz seinesFernrohres auf die Mire ein und liest den entsprechenden Teilstrich Aam Horizontalkreise ab; dem geographischen Meridiane würde dann dieAblesung oc = A + a x entsprechen, je nachdem die Mire westlich oderöstlich von der Richtung nach Norden liegt und je nach der Richtung,in welcher die Bezifferung am Teilkreise fortschreitet.
2. Man richtet das Fernrohr gegen die Linse an der Magnetnadelund dreht so lange,, bis das Fadenkreuz an dieser sich mit demjenigenim Fernrohre deckt: Ablesung A%.
3. Man legt den Magneten um und verfährt ebenso: Ablesung As-Dann ist A 2 = V2 {A's -\- A'2) die mittlere Nadelstellung und
A = ± (a — As)die Deklination (westlich -|- > östlich — gerechnet).
Bemerkung. Der Fadentorsion muß man bei genauen Bestim-mungen in der S. 538 angegebenen Weise Rechnung tragen.
C. Horizontalintensität.
1. Variationen der Horizontalintensität.
Gebraucht wird: Schwingungsmagnetometer; Glasplatte zum Unter-legen; eisenfreies Stativ; Fernrohr mit Lichtträger am Messingstativ aufHolzblock; kleiner Hilfsmagnet.
Das natürliche erdmagnetische Feld erfährt innerhalb der Räumeeines Gebäudes, namentlich eines Laboratoriums, mannigfache Störungendurch die darin angebrachten Eisenmassen, die eisernen Träger und