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Physikalisches Praktikum : mit 366 eingedrukten Abbildungen
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XIII. Erdmagnetismus.

Einleitung. Die Richtung der erdmagnetischen Kraft und derihr entsprechenden Kraftlinien wird wie diejenige der Kraftlinien irgendeines anderen magnetischen Feldes durch die Richtung einer nach allenSeiten hin gleich leicht "beweglichen Magnetnadel bestimmt. Denktman sich einen magnetischen Stahlstab (Stricknadel) an einem Fadenso aufgehängt, daß der Schwerpunkt im Aufhängepunkt liegt, so neigter sein nordmagnetisches Ende bei uns nach unten, die Nadel bildetmit der Horizontalen einen Winkel i, den man als Inklination (inDeutschland zurzeit 62 bis 68°) bezeichnet. Die Nadel stellt sichferner in eine ganz bestimmte Ebene, den magnetischen Meridian,ein. Derselbe verläuft nicht genau in der Nord-Süd-Richtung, sondernweicht von dem diese Richtung bestimmenden geographischen Meridianum einen gewissen Winkel z/, die sogenannte Deklination (in Deutsch-land zurzeit 11 bis 13°), ab. Bei uns weicht der Nordpol der Nadelnach Westen ab, wir haben westliche (positive) Deklination. DurchInklination i und Deklination A ist an jedem Beobachtungsorte dieRichtung der erdmagnetischen Kraft gegeben. Jedes Feld ist fernerdurch seine Stärke, die Feldstärke, bestimmt. In diesem Sinne sprichtman von der Intensität und zwar der totalen Intensität § des Erd-magnetismus oder des Erdfeldes an jedem Orte.

Nach S. 494 bezeichnet £) die Kraft, welche auf einen Magnetpolvon der Polstärke 1 an dem betreffenden Orte ausgeübt wird, oderdie Zahl der Kraftlinien, welche durch eine Quadratzentimeterflächehindurchgeht, welche man senkrecht zur Kraftrichtung stellt. Stattder totalen Intensität Jp betrachtet man auch vielfach die in dieHorizontal- und Vertikalrichtung fallenden Komponenten von §: dieHorizontal- und die Vertikalintensität des Erdmagnetismus:§ R (in Deutschland etwa 0,200 Gauß) und §. Es ist:

§/i = fecosi und ,<p &sini ..... 1)

also

tgi = $ v /$h ........ 2)

Kennt man ^jj, und i, so kann man § selbst berechnen. fy hist leichter zu bestimmen als §, weil zur Bestimmung von § Ä derMagnetstab nur in der Horizontalebene beweglich zu sein braucht,also auf einer Spitze schweben oder an einem Faden hängen kann.

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