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Physikalisches Praktikum : mit 366 eingedrukten Abbildungen
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Verteilung des Magnetismus in Stabmagneten.

8. Bestimmung der Verteilung des Magnetismus ineinem Stabmagneten durch Induktionswirkungen.

Gebraucht wird: Magnetstäbe mit umschließenden Spulen; ballisti-sches Galvanometer.

Prinzip und Apparat. Ist über einen Magnetstab eine ihneng umschließende kurze Spule von der Windungszahl s geschoben,und zieht man dieselbe schnell nach dem ihr zunächst gelegenen Ende,von dem sie um l cm abstehen möge, ab, oder den Magnetstab aus ihrheraus, so erhält man einen Stromstoß in einem ballistischen Galvano-meter Qi. Es ist, wenn w den Widerstand des äußeren Kreises bedeutet,das Moment der Längeneinheit mi = 3 g der betreffenden Stelle:

Qi.iv

m =

4 jr.0

Führt man den Versuch für eine Reihe äquidistanter Stellen ausund nimmt man die Differenz der so bestimmten Momente je zweieraufeinander folgender Stellen, so entsprechen diese Differenzen densog. freien Magnetismen. d. h. der aus dem Stabe an den einzelnenStellen austretenden Kraftlinienzahl an den betreffenden Stellen; die-selben nehmen im allgemeinen von der Mitte des Stabes, wo sie Nullsind, bis gegen die Enden steigend zu, und sind auf der einen Hälftedes Stabes nordpolar, auf der anderen südpolar.

Zu den Versuchen dient ein nicht zu kurzer Magnetstab.

Übung. 1. Man bestimmt nach S. 457 die Konstanten des Gal-vanometers.

2. Man klemmt den Magnetstab in der Ostwestrichtung in hori-zontaler Richtung am Nordende fest und bringt in Abständen von je5 bis 10 cm Marken an.

3. Ein Beobachter beobachtet das Galvanometer mit dem Fernrohre.

4. Man schiebt bei geöffnetem Stromkreise die Spirale bis zu derin der Mitte gelegenen Marke und zieht sie dann nach Schließung desKreises bis in große Entfernung vom Stabe ab.

5. Man verfährt ebenso bei der zweiten Marke usf.

6. Man verzeichnet die Abstände der Marken von der Mitte desStabes als Abszissen und die jeweilig der Intensität der induziertenStröme entsprechenden Ausschläge als Ordinaten, deren Gipfelpunkteman durch eine Kurve verbindet.

7. Man klemmt den Magnetstab am Südende fest und verfährtebenso.

Die beiden Kurven sind bei normal magnetisierten Magnetstäbengleich und fallen von der Mitte aus nach den Enden etwa in Formeiner Kettenlinie ab.

8. Man berechnet die freien Magnetismen an den verschiedenenStellen.