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Physikalisches Praktikum : mit 366 eingedrukten Abbildungen
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IX. Bestimmung von Kapazitäten undDielektrizitätskonstanten.

Einleitung.

Gebraucht wird: Kohlrauschs Kondensator; Glasstab mit Reib-zeug; Glas- und Paraffinplatte.

Verbindet man eine Elektrizitätsquelle von dem Potentiale F, etwaden einen Pol einer galvanischen Batterie, mit einem beliebigen Leiter,so nimmt derselbe eine bestimmte Elektrizitätsmenge £ auf, die derPotentialdifferenz zwischen ihm und der Umgebung proportional ist.Ist das Potential der letzten Null, so ist £ proportional V, d. h. wennG eine Konstante ist:

s = er, 0 = s/r.

Die bei dem Potentiale Eins sich auf dem Leiter anhäufende Elek-trizitätsmenge G heißt seine Kapazität. Die praktische Einheit derKapazität im elektromagnetischen Maßsystem, das Farad F, hat einKörper, wenn er auf das Potential von 1 Volt geladen, die Elek-trizitätsmenge von 1 Coulomb enthält. Da diese Einheit sehr groß ist,so benutzt man meist das Mikrofarad = 106 F 1 ).

Die Kapazität hängt ab von der Gestalt und den Dimensionen desLeiters und von einer Eigenschaft des umgebenden isolierenden Me-diums, die durch die Dielektrizitätskonstante gemessen wird (ab-gekürzt D. C). Die Kapazität ist unter sonst gleichen Bedin-gungen proportional der Dielektrizitätskonstante.

Für eine isolierte, hinreichend weit von anderen Leitern aufgestellteKugel vom Radius r ist die Kapazität proportional dem Radius, also

C = kr.

k selbst hängt von den Einheiten und der Dielektrizitätskonstante ab;im Vakuum, angenähert auch in Luft, ist im E.-S.-System G = rem.

Nähert man einem mit einer Elektrizitätsquelle verbundenenLeiter L einen zweiten, isolierten oder zur Erde abgeleiteten, d. h. aufdem Potential Null erhaltenen L x , so wird die Kapazität des ersterenvergrößert. Man nennt eine solche Anordnung einen Kondensator

als

') Die gesamte Brdkugel hat z. B. nur eine Kapazität von 0,0007 Farad.