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Physikalisches Praktikum : mit 366 eingedrukten Abbildungen
Entstehung
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164
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Iß4 Schmelzpunkt.

2. Man läßt abkühlen und bestimmt zu den Zeiten z von 1 / 2 Minutezu Y2 Minute bzw. Minute zu Minute die Temperatur t und bildet dieDifferenzen A zwischen je zwei nacheinander beobachteten Tempera-turen. Die Temperatur bleibt bei etwa 230° längere Zeit konstant.

Übung 2. Man benutzt statt des Zinns eine Legierung Pbj^Sn(7 Tle. Pb und 1 Tl. Sn), erhitzt auf etwa 320° und verfährt wie oben;bei 178° findet ein zeitweiser Stillstand statt.

Übung 3. Mit einem Gemische Pb 2 Sn wird derselbe Versuchangestellt. Der Stillstand ist bei 178° weit ausgesprochener.

Allgemeines.

Legierungen und Gemische von Salzen, von Fetten usw. habenSchmelzpunkte, die niedriger liegen als diejenigen der Komponenten;Pb schmilzt bei 322°, Sn bei 230°, Pb 2 Sn bei 178° usw. Schon kleineZusätze eines Metalles zu einem anderen erniedrigen den Schmelzpunktdesselben; man hat es mit analogen Erscheinungen wie bei denGefrierpunktserniedrigungen zu tun (S. 177). Die bei Pb^ Sn beob-achteten zwei Schmelzpunkte und die analogen Erscheinungen beiGemischen von Fetten, Salzen usw. (so bei NaN 0 3 und KN0 3 ) lassensich im wesentlichen folgendermaßen erklären: Kühlt sich ein solchesGemisch von einer so hohen Temperatur ab, daß bei ihr die gesamteSubstanz flüssig ist, so geht die Abkühlung durch Strahlung schnellvor sich; ist die Temperatur so weit, bis ®^ , gesunken, daß eine Aus-scheidung der einen der beiden Substanzen A, die man als gelöst inder anderen B ansehen kann, beginnt, so wird durch die dabei frei-werdende Wärme die Abkühlung verzögert, und zwar um so mehr, jegrößer die innerhalb eines gleichen Temperaturintervalles sich ab-scheidenden Mengen sind; diese nehmen aber mit abnehmender Tem-peratur ab, die Abkühlung wird also erst stark, dann langsam ver-zögert. Bei weiterer Abkühlung wird eine Temperatur &. } erreicht, beider das Gemisch der Substanz B mit der noch nicht ausgeschiedenenMenge der Substanz A fest zu werden beginnt. Bei dieser Temperatur,dem eutektischen Punkte, befinden sich A und B im Zustande gegen-seitiger Sättigung und scheiden sich gleichzeitig so aus, daß dieserZustand beständig bewahrt bleibt. Der sogenannte zweite Schmelz-punkt ©! der Legierungen ist also kein wirklicher Schmelzpunkt, son-dern entspricht dem Beginne der Ausscheidung des einen Metalles.