23. Gerbmittel und Farbstoffe.
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Farbe und wird deshalb in den holländischen Kolonien paardenfleesch(Pferdefleisch) genannt. Die Blätter sind glänzend, länglich, 10 bis15 cm lang, 5 bis 7 cm breit, zugespitzt, gestielt, wechselständig, undam Ende der Zweige zusammengedrängt. Die Blüte ist sechsteilig,die Blütenkrone weiß, die Frucht kugelförmig oder oval, eßbar undsüß wie die Pflaume. Der Milchsaft, welcher beim Einschneiden aus-quillt, wird mit Wasser verdünnt von den Eingeborenen verzehrt.
Die Kugelbäume gedeihen auf den Inseln Jamaika und Trinidad,in Venezuela und Guinea.
Der Saft steckt hauptsächlich in der Zwischenschicht der Rinde,Der Baum wurde früher gefällt und ringförmig zerschnitten, jetzt wirdder stehende Baum einfach angezapft. Die Milch wird in einem Ge-läli aufgefangen, in einem größeren Gefäß, Gooba genannt, zusammen-geschüttet und entweder sofort verkauft oder verdampft, um die röt-liche oder graue, feste Balata zu gewinnen. Eine Gallone Milch gibt2 kg Balata. Ein Sammler erntet je nach der Geschicklichkeit täglich4 bis 10 Gallonen im Werte von etwa 30 Schillingen. Die in derBalata enthaltene Gutta ist sehr fest und zähe, aber wegen des großenHarzgehaltes kann der Stoff nur als Ersatz für zweit- oder drittklassigeGuttapercha in Frage kommen. Balata ist dehnbarer als Guttaperchavon gleichem Ffarzgehalt.
Andere direkte Erzeugnisse der Natur, die man ebenfalls alsnatürlichen Ersatz für Guttapercha ansah, erwiesen sich bei nähererPrüfung als wertloses Material. Man nennt sie „Pseudo-Guttas."
23. Gerbmittel und Farbstoffe.
1. QcrbtltittCl sind gewisse Rinden, Früchte, Gallen und Extraktedie bei geeigneter Anwendung die tierische Haut in Leder verwandeln.Das dabei Wirksame der Gerbmittel ist eine Anzahl von Stoffen, dieunter der Bezeichnung Gerbstoff oder Gerbsäure zusammengefaßtwerden. Der wichtigste der hierher gehörigen Stoffe ist die Galläpfelgerb-säure oder das Tannin. Sie ist in reinem Zustande eine völlig farblose,glänzende, pulverige Masse, die in Wasser leicht, aber nur wenig inÄther löslich ist und zusammenziehend schmeckt. Tannin ist derHauptbestandteil der Galläpfel und ist auch im Sumach enthalten. Diewäßrige Lösung wird durch Eisenchlorid und andere Eisenlösungenschwarz gefärbt, eine Eigenschaft, die bei der Darstellung der schwarzenTinte Verwertung findet. Ferner hat das Tannin eine chemische Ver-wandtschaft zur tierischen Haut und zum Leim und wird durch dieseStoffe seiner Auflösung entzogen. Die Haut wird dabei in Leder ver-wandelt und dadurch konserviert, denn Leder geht nicht in Fäulnis über.