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Einführung in die Warenkunde : ein Buch für Schule und Geschäft ; mit 137 Figuren im Text, 4 Weltkarten ... und je 1 Karte Europas und des Deutschen Reiches
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149
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16. Gemißmittel.

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Das Glätten des Kaffees ist dann zulässig, wenn dadurch demKaifee nur ein gefälliges Aussehen erteilt werden soll. Dies trifft aberbei der Behandlung des Kaffees durch Aus-schleudern mit Sägemehl nicht zu. Durch der-artige Behandlungsweise wird beispielsweiseSantoskaffee zu wertvollerem Zentralamerika-nischem Kaffee getauft.

Das Färben des Kaffees bezweckt fastimmer eine Täuschung der Abnehmer und wirdhäufig schon im Gewinnungslande vorgenommen.Beim Einkauf von Puertorikokaffee muß man sichaus diesem Grunde ausdrücklich eine naturelleWare bedingen. Die Verwendung gesundheits-schädlicher Farben ist auf Grund des Nahrungs-mittelgesetzes und des Gesetzes betreffend dieVerwendung gesundheitsschädlicher Farben ver-boten. Überhaupt ist das Färben des Kaffeesals unzulässig anzusehen, weil damit die Gefahrverbunden, den Käufer zu täuschen. Unter der BenennungTriage"wird Kaffeebruch in den Handel gebracht.

Kaffeeersatzstoffe. Einen selbständigen Gegenstand des Handelsbilden die Ersatzstoffe für Kaffee. Sie bestehen meist aus geröstetenPflanzenstoffen und werden allein oder gemischt mit Kaffee zur Her-stellung von Aufgußgetränken benutzt. Nährwert besitzen sie ebftnsowenig wie Kaffee; sie bilden also lediglich Genußmittel. Im Handelsollen sie nur unter Namen geführt werden, die ihren Lirsprung so-gleich erkennen lassen. Am häufigsten sind Zichorienkaffee aus denWurzeln der Wegwarte, Feigenkaffee aus Kranzfeigen, Rübenkaffee,Gerstenkaffee, Malzkaffee.

Jahresverbrauch. Im deutschen Zollgebiete wurden 1905 anKaffee im ganzen 180000 t, also auf den Kopf 3 kg, verbraucht.

Großhandelspreise. Für 1 dz unverzollten Kaffee wurden 1905folgende Preise angegeben:

Savanillakaffee, 4 Monate Ziel, B r e m e n 83,4

Bild 63. Sautosbohnemit künstlichem weißemSchnitt (mit Talk und

Sägemehl geglätteteBohne) unter der Lupe.

Santoskaffee, l /2°/o Gutgewicht, Hamburg

81,6

La Guayrakaffee, Trillado, l°/ 0 Abzug, H a m b u r g 87,6.

Cee sind che auf verschiedene Weise zubereiteten Blätter undKlattknospen des Teestrauches, thea sinensis. Dieser Strauch erreichtbei freiem Wachstum ganz beträchtliche Höhe, in den Pflanzungenwird er aber, um das Pflücken zu erleichtern, nur etwa 1 m hoch ge-halten. Man unterscheidet den kleinblättrigen chinesischen Teestrauch,der hauptsächlich in China und Japan, und den Assamteestrauch, derin Indien angebaut wird. In China wird der Teestrauch vornehmlichim Stromgebiet des mächtigen Yangtzekiang angepflanzt: bei Ningpogedeiht er am besten. Der Teestrauch liefert in China von April bisAugust etwa vier Ernten, von denen die erste aus silbergrau be-haarten Blättchen besteht. Dieser Tee ist die beste Sorte; er wirdwegen seines besonderen Aussehens und seines Wohlgeruches Blütentee