146
16. (xenußmittel.
mehrere gerauhte Zylinder entfernt, die zum Teil von einem gewölbtenEisenmantel bedeckt sind. Die Kaffeefrüchte gelangen bei der Drehungzwischen Zylinder und Mantel und verlieren dabei ohne Verletzung derBohne ihr Fruchtfleisch. Bei der Scheibenmaschine sind runde, ge-rauhte Scheiben vorhanden, die vertikal laufen und sich zwischenfeststehenden Metallwänden drehen. Zwischen Scheibe und Wandwerden die Kaffeefrüchte zerquetscht. Die Maschinen sind so eingerichtet,daß Schale und Bohne getrennt die Maschine verlassen. Die Bohnenfallen in das Gärbeckeu, wo sie einige Zeit verbleiben. Hier werdendie noch anhaftenden Fruchtfleischteile durch Gärung so verändert, daßsie sich bei dem darauffolgenden Waschen leicht beseitigen lassen.An das Waschen schließt sich unmittelbar das Trocknen des Kaffeesan. Kaffee in Pergament wird sowohl an der Sonne und an der Luft,wie auch neuerdings häufig unter Benutzung künstlicher Wärme in be-sonderen Trockenhäusern getrocknet. Der vollständig getrockneteKaffee ist noch nicht marktfähig; er muß noch von der Hornschalebefreit, geglättet und sortiert werden. Man erhält aus 100 kg frischenKaffeefrüchten 24 kg gewaschenen und getrockneten Kaffee in derHornschale oder 20 kg marktfähigen Kaffee.
2. Trockene Bereitung. Der Kaffee wird mit seinem Frucht-fleische getrocknet. Vielfach wird er zuvor auf hohe Haufen ge-schichtet und einige Tage sich selbst überlassen. Hierbei findetSelbsterwärmung statt. In Brasilien und zum Teil auch auf Java istman der Ansicht, daß die Selbsterwärmung einen schädlichen Ein-fluß auf die Güte des Kaffees ausübt. Dort bringt man die Früchteunmittelbar nach der Ernte auf die Trockenplätze.
Die zum Schälen des Kaffees verwendeten Maschinen dienen zurBeseitigung des Fruchtfleisches und der Pergamentschale. Der ge-schälte Kaffee wird noch von den Resten des Silberhäutchens befreitund geglättet. Die in kleineren Betrieben gebrauchten Handhülserleisten nur die Arbeit des Schälens, während vervollkommnete Ma-schinen den Kaffee schälen und polieren. In den Schälmaschinen, dieverschieden eingerichtet sind, werden die Kaffeefrüchte entweder durcheiserne Räder, Zylinder oder Walzen zerdrückt, oder das Schälen wirdunter gegenseitiger Reibung der Früchte durch Druck erreicht. Dabeiwird der Kaffee zugleich poliert.
Die nasse Bereitung ist sowohl in Mittel- und Südamerika alsauch in Niederländisch- und Britisch-Ostindien im Gebrauch; in Bra-silien wird hauptsächlich nach der trockenen Methode gearbeitet.
Handelssorten des Kaffees. Die Benennung der außerordent-lich zahlreichen Kaffeesorten erfolgt meist nach den Gewinnungsländernoder nach den Ausfuhrhäfen. Man unterscheidet folgende Hauptgruppenvon Sorten:
I. Brasilianischer Kaffee. Die Kaffeesorten Brasiliens kommen ingrößter Menge zum Verkauf und machen 70°/ 0 der im Welthandelauftretenden Kaffees aus. Die Bohnen sind nach Farbe und Größe