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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 2 (1903) Mehrkernige Benzolderivate
Entstehung
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Bildung von Diphenylderivaten aus Isodiazokörpern

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Kühling zeigte, dass die Isodiazoverbindungen (vgl. Bd. II, Th.I,S. 297, 402 Anm.), wenn sie gleichzeitig der Einwirkung eines aroma-tischen Kohlenwasserstoffs und eines Säurechlorids ausgesetzt werden, inAbkömmlinge des Biphenyls übergehen. So bildet sich z. B. aus demp-Nitroisodiazobenzolkalium und Benzol in Gegenwart von Acetylchloridoder einem anderen organischen Säurechlorid das 4-Nitrodiphenyl 1 :

N0 2 -C 6 H 4 -N 2 OK + C 6 H 6 + CH 3 -COCl = N0 2 • C e H 4 —C 6 H 6 + N 2 + KC1 + CH 3 -COOH.

Der Process verläuft mithin in der Weise, dass der Best des in denBenzolkern eintretenden Kohlenwasserstoffs dieselbe Stelle einnimmt,welche in dem Ausgangsmaterial von der Isodiazogruppe besetzt war. DieBeaction ist aber nicht nur auf Kohlenwasserstoffe beschränkt, sondernsie gestattet auch, die Einführung substituirter Kohlenwasserstoffreste indas Benzol, wie die Darstellung des p-Nitrophenylbenzaldehyds, derp-Nitrophenylbenzoesäure, des p-Nitrophenylacetophenons und des p-Nitro-phenylbenzylalkohols aus p-Nitroisodiazobenzolkalium einerseits undBenzaldehyd, Benzoesäure, Acetophenon und Benzylalkohol anderer-seits zeigt 2 .

Bambeegeb endlich arbeitete mit freien Isodiazobenzölhydratenund zeigte, dass diese äusserst reactionsfähigen Verbindungen schon inder Kälte den Ersatz der Isodiazogruppe durch die einwerthigen Bestearomatischer Körper gestatten 3 . Die Beaction verläuft ohne jedes Con-densationsmittel und besteht also lediglich in dem Ersatz der Isodiazo-gruppe unter Stickstoffentwickelung durch den einwerthigen Best einesaromatischen Kohlenwasserstoffs bezw. eines seiner Derivate, z. B.

NO,-C,H,(N 1 OH) + C 6 H 0

H-O + N.+ NO.-CÄ-C.H,

Dem Isodiazobenzol analog verhält sich das Nitrosoacetanilid (vgl.Bd. II, Th. I, S. 190) 4 .

Die praktisch weitaus wichtigste Methode zur Herstellungvon Abkömmlingen des Diphenyls ist die zur Entstehung vonDiamidodiphenylen führende Umlagerung der Hydrazobenzoleunter dem Einfluss saurer Agentien.

Die Umlagerung, welche bereits an einer früheren Stelle diesesBuches (Bd. II, Th.I, S. 273) besprochen worden ist, bietet ausser in theo-retischer Hinsicht auch in Beziehung auf die Gewinnung technisch wich-tiger Substanzen grosses Interesse, da die so entstehenden Diamido-diphenyle als Componenten für die Herstellung von Disazofarbstoffen von

1 Kühlino, Ber. 28, 41—43 (1895). — Vgl. auch Kühling, Ber. 29, 165—169 (1896).

* Kühling, Ber. 28, 523—527 (1895).

3 Bamberger, Ber. 28, 403—407 (1895). — Vgl. auch Hirsch, Ber. 23, 3708(1890). — Bamberger, Ber. 29, 465 (1896). — Bamberger u. Kraus, Ber. 29,272—286 (1896).

* Bamberger, Ber. 30, 368 (1897). — Vgl. auch Bamberger u. Müller, Ann.313, 128 (1900).