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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 2 (1903) Mehrkernige Benzolderivate
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Diphenylderivate aus aromatischen Aminen.

dieser Reihe, wie beim Thymol 1 und namentlich hei den leicht oxydir-baren Hydrochinonen 2 . Hier sind es oft schon ganz gelinde wirkendeOxydationsmittel, welche die Condensation zweier Molecüle herbeizuführenvermögen.

Wie die Phenole, so sind auch die Basen der Benzolreihe in einigenFällen in die entsprechenden Derivate des Diphenyls übergeführt worden. AlsBeispiele hierfür seien die Umwandlung des Dimethyl- bezw. Diäthyl-Amlins inTetramethyl- bezw. Tetraäthyl-Benzidin und des Dimethyl-o-toluidins in Tetramethyl-tolidin (Tetramethyldiamidodimethyldiphenyl) angeführt 3 , z. B.

2C 6 H 5 -N(CH 3 ) ä = H 2 + (CH 3 ) 2 N-C 6 H 4 -C 6 H 4 -N(CH 3 ). 2 .

Weit schwieriger als bei den erwähnten tertiären Basen gelingt die Herstellungder Diphenylbasen aus primären aromatischen Aminen, doch lässt sich auch hierdie Reaction bei Anwendung hoher Temperaturen oder durch die Einwirkung oxy-dirender Agentien durchführen 4 .

Einer derartigen Reaction verdankt offenbar eine Base ihre Entstehung, welchevon Hopmann aus den sogenannten queues d'aniline isolirt worden ist 5 . Man ver-steht unter dieser Bezeichnung die hochsiedenden Rückstände, welche bei der Aniliu-fabrikation erhalten werden. Aus ihnen gewann Hofmann durch Behandlung mitSchwefelsäure das schwerlösliche Sulfat einer Base, welche er als Xenylamin be-zeichnete und welcher nach späteren Untersuchungen die Formel eines 4-Amido-diphenyls, C 6 H 5 -C 6 H 4 -NH 2 , zukommt 0 .

Das Dimethylanilinoxyd, C 6 H 5 -N(CHJ 2 0, geht gleichfalls theilweise in Tetra-methylbenzidin über, wenn es mit salpetriger Säure behandelt wird 7 .

Wie die Amine, so sind auch AzoVerbindungen als Ausgangsmaterialienzur Herstellung der entsprechenden dimolecularen Körper benutzt worden. Sogeben die Benzolazonaphtalinderivate vom Typus: C (i H 6 -N:N-R oder CH 3 OC 8 H 4 -N:N-R (wo R den Rest eines Naphtalinderivats bezeichnet) bei der Oxydation mitBraunstein oder mittelst des elektrischen Stroms die entsprechenden Disazoverbin-dungen eines p-Diamins der Diphenylreihe 8 :

C 6 H ä -N:N-R C 6 H 4 -N:N-R

+ 0=| + H,0.

C 6 H 5 -N:N-R C 6 H 4 -N:N-R

Als ein weiteres zur Diphenyldarstellung geeignetes Material habensich die Diazoverbindungen der Benzolreihe erwiesen, und zwarlassen sich diese in verschiedener Weise in Abkömmlinge des Diphenyls

1 Dianin, vgl. Beilstein, Handb. d. Organ. Chem. 3. Aufl., 2. Bd., S. 996.

2 Hofmann, Ber. 11, 335, 801 (1878). — Nietzki, Ber. 11, 1280 (1878). Ann.215, 161 (1882). — Benedikt, Monatsh. 1, 345 (1880). — Weselsky u. Benedikt,Monatsh. 2, 215 (1881). — Tiemann, Ber. 18, 3493 (1885). — Brunner, Monatsh.10, 174 (1889). — Noelting u. Werner, Ber. 23, 3246 (1890). — Nietzki u. Bern-hard, Ber. 31, 1334 (1898).

3 Michler u. Pattinson, Ber. 14, 2162, 2164 (1881). — Michler u. Sampaio, Ber.14, 2167 (1881). — Vgl. auch Michler u. Pattinson, Ber. 17, 115 (1884). — Giraud,Bull. [3] 1, 692 (1889). — Perrier, Bull. [3] 1, 692 (1889). — Lauth, Bull. [3] 5, 59 (1891).

4 Bernthsen, Ber. 19, 421 (1886). — Vgl. auch Kirschbaum, Ber. 28, 2S00 (1895).s Hofmann, Jb. 1862, 344.

6 Schultz, Ann. 174, 212 (1874). — Hübner, Ann. 209, 342 (1881).

7 Bambekger u. Tschirner, Ber. 32, 1898 (1899).

8 Badisehe Anilin- u.Sodafabrik, D.R.-Pat. Nr.84893, 87 976, 88 595, 88 596, 88 597.