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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1902) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Benzaldiacetessigester.

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Ber.

. Weiter aber bietet der Ester die Möglichkeit von desmotrop-

omeren Formen, und zwar — wenn man nur die Enolisirung durch

anderung von Wasserstoffatomen aus den Methenylgruppen (a), nicht

^ n solchen aus den Methylgruppen (b) in Betracht zieht, — der beiden

ötr ucturfälle:

CH 3 -C(OH>CoH„.0-CO'

A. Halbenolester:\C-CH(C 6 H 6 )-CH<

.CO-CHa

"CO-O-C.H.

.C(OH)-CH 3-CH(C 6 H 5 )-C<

X30-0-C.H»

B. Doppelenolester:CH 3 -C(OHk

\c-

C,H 6 -0-CCK

. aer dieser Structurfälle aber birgt wieder eine Anzahl von Stereo-

tQerie-Fällen in sich; denn die Formel A weist zwei asymmetrische

"lenstoffatome (*) und ausserdem eine Doppelbindung auf, die Ge-

geriheit zur cis-trans-Isomerie bietet; die Formel B aber zeigt zwei

che Doppelbindungen und dazwischen ein Kohlenstoffatom, welches

jßimetrisch wird, sobald die räumliche Anordnung um die Doppel-

ttung rechts eine andere ist als diejenige um die Doppelbindung links.

rp,* Berücksichtigung dieser Verhältnisse überblickt man leicht, dass die

ihe ori e i m Fall

k' ^ isomere Formen (4 Paare activer Formen und 4 racemische Formen)

5 „ „ (2 inactive Formen [ohne asymmetrisches C-Atom],

1 Paar activer Formen und 1 racemische Form)

°ghch erscheinen lässt. Insgesammt stellt mithin die Theorie dem

Qdensationsprodukt aus Benzaldehyd und Acetessigester nicht weniger

^2 Erscheinungsformen zur Verfügung — eine verwirrende Fülle,

tolasst durch das Zusammentreffen der Bedingungen für Desmotrop-

°merie und beide Arten der Raum-Isomerie (cis-trans-Isomerie und

Symmetrie).

Es ist schon S. 710 und S. 728 darauf hingewiesen worden, dass in

Ueren Untersuchungen mehrfach die Isolirung der einander entsprechen-

ei1 Keto- und Enol-Formen als selbständiger Individuen geglückt ist.

1 den Erfahrungen fussend, welche bei ienen äusserst wichtigen und

1 oewundernswerther Experimentirkunst durchgeführten Untersuchungen

Stammelt sind, hat Rabe den hier zur Besprechung stehenden Fall

'nem eingehenden Studium unterzogen, bei welchem er zunächst auf

16 Gewinnung der activen, also nur durch Spaltung von Bacemkörpern

l Ugän glichen Formen verzichtete. Es gelang ihm, von den bei dieser

esc hränkung übrig bleibenden zehn Möglichkeiten sechs zu verwirk-

^chen

halt,

Er wies nämlich nach, dass aus dem Keactionsgemische » durch Condensation von Benzaldehyd mit Acetessigester in

G<

genwart von Piperidin — drei verschiedene Ester (&: Schmelzpunkt150°, ß : Schmelzpunkt 154°, ß s : Schmelzpunkt 107—108°) isolirt