\
694
Nitrophenyl-ß-Milchsäure.
man vom Combinationsprodukt zwischen Benzylchlorid und Natrium*chlormalonsäureester
C 6 H 5 • CH 2 • CCl(COj • C 2 H S ) 2
ausgeht, dieses durch Einwirkung von Alkali in BenzyltartronsäurC 6 H 6 -CH 2 -C(OH)(C0 2 H) 2 überführt und aus letzterer durch Erhitzen a«160—180° Kohlensäure abspaltet. Sie krystallisirt aus Wasser i»grossen Prismen, schmilzt bei 98° und wird durch längeres Erhitzenmit verdünnter Schwefelsäure auf 100° nicht verändert.
Vielfach bearbeitet ist die sub IV (S. 692) aufgeführte /?-PlienyI-/?-Oxy-propionsäure 1 (Phenyl-/9-Milchsäure) C 6 H 5 -CH(OH)-CH 2 -C0 2 H infolgeihrer Beziehungen zur Zimmtsäure (S. 605 ff.). Man gelangt zu ihr von de"Zimmtsäure, indem man zunächst unterchlorige Säure addirt und dieso entstehende PhenyIchlormilchsäure mit Natriumamalgam reducirt:
CeH 5 • CHCHCO.H
C 6 H 5 -CH.OHCHC1CO„H
C 6 H 5 CHOHCH 2 iC0 8 H
oder indem man zunächst Bromwasserstoff anlagert und die so ent-standene Phenylbrompropionsäure mit Wasser kocht:
QA-CHCHC0 2 H
C„H 6 -CHBrCH,C0 2 H
C 6 H,-CH(OH)->■ CH,
C0 9 H
Dass die Additionsreactionen der Zimmtsäure der hier benutzten Form u 'lirung entsprechen, folgt daraus, dass die gleiche Phenylmilchsäure auchdurch Reduction des BenzoylessigestersC e H 6 -CO-CH 2 -C0 2 -C 2 H 6 (S. 725 ff)mit Natriumamalgam erhalten wird. Phenyl-/9-Milchsäure schmilzt bei93°, ist schon in kaltem Wasser sehr löslich und wird (im Gegensatzzur Phenyl-ß-Milchsäure, s. oben) schon bei 100° von verdünnter Schwefel-säure — ebenso beim Kochen mit Baryt — unter reichlicher Bildung vonZimmtsäure zersetzt.
Die drei isomeren Nitrophenyl./J-Mlchsäuren 2 N0 2 -C 6 H 4 -CH(OH)'CH 2 -C0 2 H verdienen durch die bei /9-Oxysäuren nur ausnahmsweiseauftretende Fähigkeit zur Lactonbildung (vgl. Bd. I, S. 743) Interesse.Ihre Lactone entstehen, wenn man die durch Anlagerung von Brom-wasserstoff an die drei isomeren Nitrozimmtsäuren entstehenden Nitro-phenyl-/5-Brompropionsäuren mit kalter Sodalösung behandelt:
NOj-C.Hj.CHBr
CH 2 -CO,H
-HBr =
NO,-C e H 4 -CH
CH.-CO/
1 Glaser, Ann. 147, 86 (1868). — Fittig u. Binder, Ann. 195, 136, 138 (1879).— Eelenmeyer, Ber. 13, 304 (1880). — Fittiq u. Käst, Ann. 206, 26 (1881). —Pekkin, Journ. Soc. 47, 254 (1885). — v. Milleb u. Hofeb, Ber. 27, 469 (1894). —Erlenmeyer jun., Ann. 289, 280 (1896). — GUbbiel u. Eschenbach, Ber. 30, 1128 (1897).
2 Baeyeb u. Dbewsen, Ber. 16, 2206 (1883). — Einhoen, Ber. 16, 2208 (1883);17, 2011 (1884). — Basler, Ber. 16, 3004 (1883). — Praüsnitz, Ber. 17, 597 (1884).