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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1902) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Experimentelle Beiveise für

in Brombenzol, und letzteres durch Einwirkung von Natrium und Kohlen-säure in Benzoesäure C 6 EL-C0 2 H überführen; die Hydroxylgruppe desPhenols und die Carboxylgruppe der Benzoesäure vertreten demnachdasselbe Wasserstoffatom a des Benzols. Nun existiren drei isomereOxybenzoesäuren C 6 H 4 (OH)(C0 2 H), welche alle wieder in Benzoesäurezurückgeführt werden können; ihre Carboxylgruppe darf demnach alsSubstituent für den Wasserstoff a angesehen werden, während dieHydroxylgruppe in jeder von den drei verschiedenen Säuren ein anderesWasserstoffatom — b, e oder d — ersetzt haben muss. Aus diesendrei Oxybenzoesäuren aber kann andererseits leicht durch Abspaltungvon Kohlensäure Phenol C ß H 5 (OH) erzeugt werden, und man erhältdurch diese Reaction also Hydroxylderivate des Benzols, welche dieOH-Gruppe an Stelle der Wasserstoffatome b, c und d enthalten. Dasich nun die Präparate in allen drei Fällen als identisch mit dem ge-wöhnlichen Phenol erweisen, so ergiebt sich die Folgerung als noth-wendig, dass die vier Wasserstoffatome a, b, c und d gleichwerthig sind.

Sodann lässt sich der Beweis erbringen, dass:

2. zu einem Wasserstoffatom a des Benzolkerns zweiPaare von je zwei symmetrisch gestellten anderenWasserstoffatomen existiren.

Die Existenz eines solchen Wasserstoffatompaares kann nachHübnbk u. Petermann aus dem Umstand abgeleitet werden, dass diedurch Bromiren von Benzoesäure erhältliche MetabrombenzoesäureC 6 H 4 (C0 2 H)(Br) beim Nitriren zwei isomere NitrobrombenzoesäurenC 6 H 3 (C0 2 H)(Br)(N0 2 ) entstehen lässt, deren jede bei der Reduction diegleiche Amidobenzoesäure C 6 H 3 (CO a H)(NH 2 )(H) liefert. Denn nehmen wirdie Carboxylgruppe als Substituent für das Wasserstoffatom a, das Brom-atom für c an, so müssen wegen der Verschiedenheit der beiden Nitro-brombenzoesäuren C 6 H 3 (C0 2 H)(Br)(N0 2 ) die Nitrogruppen in jeder Säureein anderes Wasserstoffatom — z. B. b und f — vertreten. Nun gehendiese beiden isomeren Säuren bei der Reduction in eine und dieselbe(Ortho-) Amidobenzoesäure C 6 H 3 (C0 2 H)(H)(NH 2 ) über; in dieser Amido-benzoesäure muss in einem Fall demnach die Amidogruppe das Wasser-stoffatom 6, im anderen Falle ein anderes Wasserstoffatom f vertreten;aus der Identität der auf den beiden verschiedenen W'egen gewonnene»Säuren folgt mithin, dass die Wasserstoffatome b und f durchaus sym-metrisch zu dem Wasserstoffatom a gestellt sind.

Dass nun ferner noch ein von b, f und c verschiedenes Wasser-stoffatom existirt, welches zu a die gleiche Stellung wie c einnimmt;lässt sich nach Wroblewsky durch folgende Uebergänge zeigen.

Die oben erwähnte Orthoamidobenzoesäure liefert durch Austauschder Amidgruppe gegen Brom die Orthobrombenzoesäure, welche vonder Metabrombenzoesäure, deren Carboxylgruppe oben in a, deren Brom-atom in o befindlich angenommen wurde, verschieden ist. Daraus folg*zunächst, dass die Wasserstoffatome b und f zu a anders stehen, als