Untersuchung der Säuren
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Untersuchung der Säuren.
Einen systematischen Gang, wie wir ihn zur Untersuchung aufBasen besitzen, haben wir für die Säuren nicht. Bei ihrer Unter-suchung ist man daher viel mehr als bei den Basen auf eigene Über-sicht, richtige Deutung und zweckmäßige Gegenüberstellung derVersuchsergebnisse angewiesen. Die Untersuchung ist daher oft vielschwieriger als bei den Basen. Man mache es sich deshalb zurRegel, zunächst auf die Basen zu prüfen, ehe man auf Säuren unter-sucht, da man aus den dabei anzustellenden Vorproben, aus derBeobachtung der Löslichkeitsverhältnisse der Substanz und aus demVorhandensein bestimmter Basen oft schon mit Sicherheit auf dieAn- oder Abwesenheit gewisser Säuren zu schließen vermag.
Eine orientierende Prüfung auf Säuren geschieht nach der imAnhang wiedergegebenen, von R. Bunsen als Manuskript gedrucktenTafel VII zunächst mit Silbernitrat und Bariumnitrat in Lösungen,die frei von silberreduzierenden Oxyden (Eisenoxydul) sein müssen.
In Wasser lösliche Substanzen können so oft direkt geprüftwerden. In Lösung befindliche Schwermetalle verursachen dabeiaber manchmal Störung. Deshalb ist es zweckmäßig, die Schwer-metalle vorher durch kochende Sodalösung zu fällen und mit Silber-und Bariumnitrat im Filtrat zu prüfen, nachdem man es mit Sal-peter- oder Essigsäure sorgfältig neutralisiert hat.
Kupfer ist in Bicarbonaten löslich und kann aus der Lösung durch Zinkoder Eisen wieder abgeschieden werden.
Bei Gegenwart von Kupfer zieht man zweckmäßig mit Natronlauge aus,dann geht kein Kupfer in Lösung, dafür aber Zink, Aluminium u. a., diedurch Sättigen mit Kohlendioxyd wieder abgeschieden werden.
Unlösliche Substanzen werden entweder mit konz. Sodalösunggekocht oder besser mit Pottasche und Soda geschmolzen. DieSäuren werden dadurch an Alkali gebunden, mit Wasser ausgezogen,wie oben neutralisiert und mit Silber- und Bariumnitrat geprüft,ehe spezielle Reaktionen auf die einzelnen Säuren angestellt werden.
Durch Silber- und Bariumnitrat lassen sich die Säuren nachBünsen in die unten folgenden Gruppen ordnen, die aber nicht Gruppenim Sinne des systematischen Analysengangs auf Basen sind. DieReaktionen gegen Silber- und Bariumnitrat dienen gewissermaßennur als Vorproben; im günstigen Falle erlauben sie die eine oderandere Gruppe bei den speziellen Proben auszuschalten.
Auf sämtliche Säuren, deren Anwesenheit nach den Vorprobenund den sonstigen Analysenergebnissen nicht bereits ausgeschlossenwurde, ist durch besondere Reaktionen, die in der nachfolgendenBüNSENschen Tabelle aufgeführt sind, zum Teil mit der Ursprung-