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Geschichte der organischen Chemie von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart
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Triphenylmethyl.

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erfordert naturgemäß", sagt er, „die Annahme von dreiwertigemKohlenstoff. — — Die Existenz eines derartigen Körpers zeigt,daß, wenn drei Valenzen eines Kohlenstoffatoms durch drei Phenyl-gruppen gesättigt sind, es schwierig, vielleicht unmöglich wird,noch als viertes solch eine komplizierte Gruppe einzuführen, wiees der Rest (C 6 H 6 ) 8 C ist. Nur Atome oder einfach gebaute Gruppen,wie Halogene, Sauerstoff, Hydroxyl usw. vermögen sich mit einemderartigen Kohlenstoffatom zu vereinigen. Ob dies dem negativenCharakter der drei Phenylgruppen oder der Tatsache zuzuschreibenist, daß diese Gruppen zu viel des Raumes um ein Kohlenstoffatombeanspruchen und so die Einführung einer vierten kompliziertenGruppe unmöglich machen, ist eine Frage ganz anderer Art."

Die Annahme eines „dreiwertigen Kohlenstoffatoms" in demangeführten Sinne war den herrschenden Anschauungen und Ge-fühlen-sehr fremd und wurde anfangs bestritten. Gomberg selbstsah sich gezwungen, sie vorübergehend zu verlassen. Jacobsonwollte das Verhalten des Triphenylmethyls auf Grund einer bi-molekularen chinoiden Formel erklären. Die weiteren Unter-suchungen Gombergs sowie die in neuester Zeit von Schmidlin,Schlenk u. a. haben indessen die Existenz des Triphenylmethylsund anderer ähnlich zusammengesetzter Radikale, wie Tribiphenyl-methyl, (C 12 H 9 ) S C, bewiesen. Alle diese Kohlenwasserstoffe kommenin zwei Formen vor, einer farbigen und einer farblosen. Diefarbige ist monomolekular und ist als das freie Radikal an-zusehen ; die farblose enthält zwei dieser Radikale miteinander ver-bunden. Das farblose Triphenylmethyl ist also Hexaphenyläthan,(C 6 H 5 ) 3 C-C(C 6 H 5 ) 3 . In Lösung befinden sich diese beiden Ver-bindungen in einem von den äußeren Umständen abhängigenGleichgewichtszustande. Die gesättigten Kohlenwasserstoffe zer-fallen also hier in zwei ungesättigte Radikale: (C 6 H 6 ) 3 C—C(C 6 H 6 ) 3= (C 6 H 6 ) 3 C—|—C(C 6 H 5 ) 3 . Eine neue Klasse von Verbindungen mitdreiwertigem Kohlenstoff bilden die von Schlenk und Thal (1913)

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beschriebenen „Metallketyle", z. B. p 6 Ti 5 >C<^OK' und die von

Purnmerer und Frankfurter erhaltenen „Ketomethyle" (1914).Noch ist zu erwähnen, daß Wieland (1911) die interessanteTatsache festgestellt hat, daß durch Depolymerisation von Tetra-Phenylhydrazin, (C 6 H 5 ) 2 N-N(C e H 6 ) 2 das freie Radikal Diphenyl-stickstoff, (C 6 H 6 ) 2 N-, das also ein zweiwertiges Stickstoffatomenthält, in prinzipiell gleicher Weise wie das Triphenylmethyla us Hexaphenyläthan entsteht.

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