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Geschichte der organischen Chemie von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart
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Wislicenus' stereochemische Betrachtungen.

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Erscheinungen in den Kreis seiner Betrachtungen. So erklärte«r die Neigung der ß-halogensubstituierten Fettsäuren, Halogen-filetall und Kohlensäure unter Bildung ungesättigter Kohlenwasser-stoffe abzuspalten, vom Standpunkte der van't Hoff sehen Theorieaus, und weiter hat er die auffallende Erscheinung der innerenWasserabspaltung bei gewissen zweibasischen Säuren, sowie dievon Fittig 1880 entdeckte und von ibm und seinen Schülern inden folgenden Jahren untersuchte Lactonhildung aus gewissenCxysäuren stereochemisch klargelegt. Ähnliche, wenn auch in un-bestimmterer Form ausgedrückte Gedanken waren schon früherv on van't Hoff in seinen „Ansichten über die organische Chemie" 2 ),sowie von Baeyer und Hjelt ausgesprochen worden. Der letzt-genannte hatte (1882) die Lactonhildung auf die räumliche Lagerungder Atome zurückgeführt und angenommen, „daß die Wirkungs-sphäre der Atome, welche durch vier Kohlenstoffatome getrenntsind, einander näher kommen, als derer, welche durch eine kleinereKohlenstoffkette verbunden sind". Auf Grund der Tetraeder-theorie läßt sich, wie Wislicenus zeigte, tatsächlich der Schlußziehen, daß dies der Fall sei. Die große Leichtigkeit der intra-molekularen Beaktionen bei Verbindungen zwischen Atomen, diedurch vier (auch fünf) Kohlenstoffatome getrennt sind (y- und^-Verbindungen), erhielt hiermit eine befriedigende Erklärung.

Die Arbeiten und theoretischen Betrachtungen Wislicenus'verminderten in hohem Grade die Ungeneigtheit für die stereo-c hemische Auffassung hinsichtlich der Erscheinungen, welche nichtdurch die strukturchemischen Lehren erklärt werden konnten.£ine Erweiterung der Strukturchemie in dieser Richtung erwiessich als notwendig. V. Meyer 2 ) äußerte darüber (1890): „Durchdie mutvolle und konsequente Durchführung der van't Hoff sehenhleen hat Wislicenus die organische Chemie in bedeutsamerWeise gefördert und der experimentellen Forschung ein Gebiet^'schlössen, welches bis dahin mit einer an Ängstlichkeit streifendenVorsicht gemieden worden war" 3 ).

1 ) Braunschweig 1881.

2 ) Chemische Probleme der Gegenwart, S. 21. Heidelberg 1890.

3 ) An der Bahre von Wislicenus äußerte sein Leipziger Kollege Ost-wald: „Es ist uns allen noch in frischester Erinnerung, wie außerordentlich"elebend diese Arbeit sowohl in den weiteren Kreisen der Fachgenossen, wie■fuch in (3 en engeren der Schüler gewirkt hat. Im Ernst und Scherz be-herrschte das Kohlenstofftetraoder das Denken der chemischen Kreise und* 1Q e ungezählte Fülle von einzelnen Arbeiten erwuchs aus diesen belebendenAnregungen."