Berthelots Ansichten.
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Strukturchemie wenig beachtet und übten keinen direkten Ein-fluß auf die Gestaltung derselben aus. Wie aber später, bei derWeiterentwickelung der Anschauungen, anerkannt worden ist, ent-hielten sie vieles, was sich als richtig und brauchbar erwiesenhat. Auch die von Blomstrand mit Recht betonte EinseitigkeitJ D der strukturchemischen Betrachtungsweise, die der qualitativenSeite der Natur der Elemente oder Elementaratome nur wenigBerücksichtigung schenkte, wurde allmählich durch den Zwangder Tatsachen korrigiert.
Auch einer der hervorragendsten Chemiker Frankreichs, Ber-jhelot, der sich besonders um die organische Synthese verdientgemacht hat und später in physikalischer Richtung auf dem Ge-biete der organischen Chemie tätig war, stand sein Leben langder strukturchemischen Anschauungsweise kühl gegenüber, ob-gleich er keine direkte Opposition gegen dieselbe machte. Er8mg seine eigenen Wege und stand überhaupt den von anderenForschern ausgehenden Gedanken und Theorien meist fremd undablehnend gegenüber. Schon früh hat er sich gegen die An-nahme von Radikalen, als „etres imaginaires", ausgesprochen —durch dieselben sei eine gewisse Scholastik in die Wissenschaftgekommen —, und an der großen Bewegung, welche die Ger-n ardtschen Anschauungen und die Kekulesche Lehre von derv lerwertigkeit des Kohlenstoffatoms hervorriefen, nahm er keinenAnteil. Er wendete meist Bruttoformeln an oder eine Ausdrucks-lose, die er als Bildungsformeln (equations generatrices) be-zeichnete, z.B. für Benzoesäureäthylester: C 2 H 6 0 + C 7 H e 0 2 — H 2 0.-^•uf die Bildungsweisen der Körper legte er großen Wert undüahm auf Grund verschiedener Entstehungsweisen desselben Körpers^omerien an, die tatsächlich nicht existieren. Seine diesbezüg-lichen Ansichten waren ohne Bedeutung und Einfluß auf die° r ganische Chemie 1 ).
J ) Siehe Nekrolog über M. Berthelot von C. Graebe (Ber. d. Deutsch,ehem. Ges. 41, 4805 (1908).
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